Jacob Pins Gesellschaft

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 29.03.2019

1. Begrüßung und Eröffnung
Herr Ostkämper begrüßt die anwesenden Mitglieder und eröffnet die Mitgliederversammlung. Er stellt fest, dass die Einladungen frist- und formgerecht verschickt worden sind. Das Protokoll der Sitzung übernimmt der Schriftführer Herr Austermühl.

2. Protokoll der Mitgliederversammlung vom 16.03.2018
Auf ein Verlesen des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 16.03.2018 wird verzichtet, da es auf der Homepage zur Verfügung steht. Es gibt keine Einwendungen, so dass es als angenommen gilt.

3. Bericht des Vorsitzenden und der Geschäftsführerin
Herr Ostkämper beginnt seinen Bericht mit einem Rückblick auf ein gelungenes Jahr, das ohne den Einsatz der Mitglieder und der ehrenamtlichen Helfer so nicht möglich gewesen sei. Trotz des Verlusts von 9 Mitgliedern liege die Mitgliederzahl durch Neueintritte nach wie vor bei 327. Auch die Besucherzahlen seien konstant geblieben, was auch ein Resultat der guten Öffentlichkeitsarbeit sei. Neben den Printmedien werbe das Forum mittlerweile auch auf den digitalen Werbetafeln der Stadt Höxter, was vor allem Touristen anspreche.

Wie auch in den vergangenen Jahren habe es drei Ausstellungen gegeben:
Im Frühjahr mit Druckgrafiken aus dem Bestand des Kreises Höxter, im Sommer „Lob und Tadel der Torheit“ von Jacob Pins und abschließend im Herbst eine Auswahl aus den grafischen Werken der Bielefelder Künstlerin Magdalene Bischinger. Die von der Museumskuratorin Frau Diekmann im vergangenen Jahr durchgeführten Exkursionen seien ebenfalls ein Erfolg gewesen.
Das Forum sei mittlerweile das Kulturzentrum in Höxter mit einem vielfältigen Angebot in Kunst, Musik und Vorträgen.

In diesem Jahr werde eine Studienfahrt nach Riga stattfinden. Dieses Ziel sei bewusst gewählt worden, weil der Großteil der Höxteraner Juden dorthin deportiert worden sei. Die Fahrt sei bereits restlos ausgebucht. Im August stehe eine Exkursion zu jüdischen Friedhöfen nach Amelunxen, Bruchhausen und Brakel sowie zu den Stolpersteinen in Ottbergen an.

Den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus habe man am 27. Januar 2019 in Zusammenarbeit mit einem Geschichtskurs des KWG unter Frau Neumann veranstaltet.
Die Besuche Louis Frankenbergs und Helmut Löwensteins bestätigten die immense Bedeutung der Aufarbeitung und Erinnerung der jüdischen Geschichte in Höxter. Die Arbeit habe dazu beigetragen, die Schicksale jüdischer Menschen in Höxter in das Bewusstsein der Bürger zu rücken. So könne man auch Fremdenfeindlichkeit den Boden entziehen. Die hohe Akzeptanz dieser Arbeit werde auch darin deutlich, dass Herr Fischer sich als Bürgermeister regelmäßig bei solchen Veranstaltungen beteilige. Bei der Aufarbeitung jüdischer Schicksale gebe es immer wieder interessante Begebenheiten, wie Brieffunde und sonstige Nachfragen an Herrn Ostkämper. Auch lebende Angehörige wendeten sich häufig an das Forum zur Rekonstruktion der eigenen Familiengeschichte.

Das Team der Museumspädagogen habe mit Kristina Mengersen Zuwachs bekommen. Man hoffe, in diesem Bereich noch stärker mit den hiesigen Schulen kooperieren zu können.
Der Kreis habe auch für dieses Jahr wiederum eine Förderung für das Kulturprogramm zugesichert. Auch die Stadt Höxter bezuschusse die Betriebskosten nach wie vor mit 15.000 Euro. Die dadurch generierten Mittel trügen auch dazu bei, dass man Frau Diekmann weiterhin mit einer halben Stelle beschäftigen könne.

Neben den bislang bereits begonnenen Um- und Aufräumarbeiten stehe vor allem mit der Neugestaltung der jüdischen Ausstellung eine spannende Aufgabe bevor. Hier habe man sich die externe Hilfe einer Expertin geholt. Naturgemäß entstünden hierbei recht hohe Kosten, jedoch sei eine Neugestaltung, vor allem unter Verwendung digitaler Medien unverzichtbar, um auf die veränderten Seh- und Lesegewohnheiten der Besucher zu reagieren. Die Anträge auf Fördergelder für die geplanten Maßnahmen bezeichnet Herr Ostkämper als aussichtsreich.

Abschließend dankt Herr Ostkämper noch einmal allen für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit im und für das Forum.

Frau Werzmirzowsky beginnt ihren Bericht mit einem Rückblick auf die Besucherzahlen. Diese lägen mit etwa 2800 ähnlich wie im Jahr 2017. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass nicht alle zahlende Besucher gewesen seien, da Mitglieder und Schüler außer bei Veranstaltungen freien Eintritt haben. Es sei festzustellen, dass die Besucherzahlen sehr schwanken und abhängig von der jeweiligen Veranstaltung seien. Die Ausstellungen könnten, und das sei erneut deutlich geworden, nur ein Standbein sein. Im Moment sei vor allem die jüdische Geschichte sehr gefragt, wohl auch wegen der intensiven Arbeit Fritz Ostkämpers und der Besuche Harry Löwensteins und Louis Frankenbergs. Auch andere Veranstaltungen griffen die Themen häufig auf. Für ein recht kleines Museum könne man jedoch sehr zufrieden sein mit den Besucherzahlen.

Frau Werzmirzowsky gibt einen kurzen Überblick über das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die in verschiedenen Tätigkeiten für einen geordneten Museumsbetrieb sorgen.
Julia Diekmann sei während der Öffnungszeiten mit 20 Stunden beschäftigt. In der Winterpause arbeite sie 10 Stunden von zu Hause aus, im Jahresmittel komme sie damit auf 15 Stunden. Ohne die Ehrenamtlichen könne man den Betrieb jedoch nicht gewährleisten. Für die Schaffung einer vollen Stelle reiche schlichtweg das Geld nicht. Man spüre jedoch durch das Engagement Frau Diekmanns eine Aufwertung, auch hinsichtlich der Gestaltung der Ausstellungen. Die aktuelle Ausstellung von Varda Getzow koste insgesamt 4000 Euro, die man jedoch mit Zuschüssen der LWL-Kulturstiftung und der Westfalen Weser Energie refinanzieren könne. Diese Fördergelder könne man wiederum auch auf die professionellen Projektbeschreibungen durch Frau Diekmann zurückführen.
Namentlich bedankt sich Frau Werzmirzowsky bei einigen ehrenamtlichen Helfern und lobt ausdrücklich den „Teamspirit“. Zudem hebt sie die Arbeit Frau Kopplstätters hervor, die die Finanzen sehr sorgfältig führe. Für Frau Werzmirzowsky sei der emotionale Höhepunkt der letzten Veranstaltungen der Besuch Harry Löwensteins gewesen. Als musikalisches Highlight sei der Auftritt des Jerusalem Duos zu nennen. Auch die Studienfahrt nach Nürnberg sei sehr interessant und anspruchsvoll gewesen. „Narren, Bettler, Propheten“ von Jacob Pins sei hinsichtlich der Ausstellungseröffnung auch wegen des großartigen Pantomimen ein Höhepunkt gewesen.

Frau Werzmirzowsky gibt nun einen Ausblick auf das diesjährige Veranstaltungsjahr.
Am 7.4.19 stehe mit dem Konzert des Grieg-Quartetts erneut ein musikalisches Highlight an.
Generell sei in diesem Jahr die Terminplanung schwierig gewesen, weil einige Künstler nur jeweils einen Termin anbieten konnten. So habe sich eine Ballung der Termine auf einen kurzen Zeitraum leider nicht vermeiden lassen.
Die Ausstellung von Varda Getzow sei für alle Beteiligten sehr spannend. Das zentrale Kunstwerk – eine Rauminstallation – entstehe mittlerweile seit einer Woche durch die Künstlerin in einem der oberen Räume des Forums, heute sei es fertiggestellt worden. Die Resonanz hierauf sei wirklich sehr spannend.
Erfreulich sei, dass die Aktion „Wege durch das Land“ nun auch, wie schon lange gewünscht, im Forum Halt mache. Die erste Veranstaltung sei nach kurzer Zeit ausgebucht gewesen und auch für die zweite gebe es nur noch wenige Karten. Für die geplante Studienfahrt nach Riga hätten sich bereits 27 Teilnehmer angemeldet.

Wie von Herrn Ostkämper erwähnt, stehe mit der Neugestaltung der jüdischen Abteilung eine Herkulesaufgabe an. Auch müsse man sich der Fixierung der Kooperation mit dem Forum Anja Niedringhaus, deren stellvertretende Vorsitzende Silja Polzin anwesend sei, widmen. Hier gehe es beispielsweise um die gemeinsame und wechselseitige Nutzung von Räumlichkeiten.
Persönlich berichtet Frau Werzmirzowsky, dass sie eigentlich mit 70 Jahren das Amt der Geschäftsführerin aufgeben wollte. Vorläufig mache sie jedoch weiter. Es sei aber wichtig, nun jemanden zu finden, der/die langsam als Nachfolger/in eingearbeitet werden könnte. Sie beschreibt ein Profil: Interesse an der Arbeit des Forums, wohnhaft in Höxter, Bereitschaft, sich sehr zu engagieren, aufgrund der vielseitigen Tätigkeiten bestenfalls nicht mehr berufstätig. Sollte sich niemand finden, so könnte eine Alternative sein, das Forum nur noch am Wochenende zu öffnen, so dass Frau Diekmann auch mit ihrer halben Stelle die Arbeit schaffen könnte. Jedoch, so gibt Frau Werzmirzowsky zu bedenken, würde der Zusammenhalt des Teams und der Mitglieder wohl darunter leiden. Sie appelliert also, nach möglichen Interessenten zu suchen.

4. Bericht der Museumskuratorin
Herr Ostkämper dankt Frau Werzmirzowsky noch einmal ausdrücklich für ihre Arbeit.
Anstelle der wegen der Teilnahme an einer Tagung abwesenden Museumskuratorin Frau Diekmann geben Herr Ostkämper und Frau Werzmirzowsky einen kurzen Überblick über die diesjährigen Ausstellungen:
- Varda Getzow – וְהַשָּׁמַיִם שָׁמוּ “Vehashamayim shamu” (Titel: lautmalerische Poesie des israelischen Dichters David Avidan) vom 31. März bis 26. Mai 2019
- Jacob Pins: Stadt – Land – Wüste vom 2. Juni bis 29. September 2019 und
- Daria Gan: Schattenlinien vom 6. Oktober bis 30. November 2019.

5. Kassenbericht
Frau Kopplstätter gibt einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2018 und legt dabei auch die Kontostände Anfang und Ende 2018 vor. Man habe dabei einen kleinen Überschuss erwirtschaften können. Insgesamt, so Frau Kopplstätter, sei die finanzielle Situation des Vereins weiterhin solide. Auf Anfrage könne der Kassenbericht eingesehen werden.

6. Bericht der Kassenprüfer
Frau Horn berichtet, die Kassenprüfung habe keine Beanstandungen ergeben. Die Entlastung von Vorstand und Kassenwartin wird beantragt und einstimmig bei 5 Enthaltungen angenommen.

7. Grußwort von Stefan Fellmann, Vertreter der Stadt Höxter im Vorstand
Herr Fellmann richtet als Vertreter der Stadt Höxter im Vorstand ein Grußwort an die anwesenden Mitglieder. Um der Frage nachzugehen, wofür Jacob Pins und damit auch das gleichnamige Forum ständen, zitiert er aus dem Wikipedia-Eintrag über Jacob Pins. Das Forum strahle als Ort der Erinnerung, aber auch der Kultur weit über Höxters Grenzen hinaus. Diese wertvolle Arbeit sei nur wegen des großen ehrenamtlichen Engagements möglich, weshalb Herr Fellmann im Namen der Stadt Höxter allen Helfern ausdrücklich dankt, vor allem aber auch den Mitgliedern des Vorstands.

8. Entlastung des Vorstands für das Haushaltsjahr 2018
Der Vorstand wurde bereits unter Tagesordnungspunkt 6 (Bericht der Kassenprüfer) entlastet.

9. Wahlen des Vorstands
Herr Hesse habe sich im Vorfeld dankenswerterweise als Wahlleiter bereit erklärt, weshalb Herr Ostkämper die Leitung nun an ihn abgibt. Für die Wahl zum Vorsitzenden wird ausschließlich Herr Ostkämper vorgeschlagen. Er wird einstimmig bei einer Enthaltung gewählt und bekleidet damit das Amt für die nächsten zwei Jahre. Herr Hesse dankt Herrn Ostkämper ausdrücklich für seine Bereitschaft und sein großes Engagement.
Herr Ostkämper bedankt sich für das Vertrauen und gibt jedoch auch seinerseits zu bedenken, dass er nicht mehr allzu lange Vorsitzender bleiben könne und wolle. Im Anschluss übernimmt er als neu gewählter Vorsitzender die Wahlleitung.
Als stellvertretende Vorsitzende wird Frau Werzmirzowsky einstimmig bei einer Enthaltung gewählt.
Als Kassenwartin wird Frau Kopplstätter einstimmig bei einer Enthaltung gewählt wird.
Herr Austermühl stehe nicht mehr als Schriftführer zur Verfügung. Im Vorfeld habe aber Herr Dr. Unger seine Bereitschaft signalisiert, der sich den Anwesenden kurz vorstellt. Er sehe seine Tätigkeit nicht ausschließlich im Verfassen von Protokollen, sondern sei auch gerne dazu bereit, weitere Aufgaben zu übernehmen. Herr Unger wird einstimmig bei einer Enthaltung gewählt.
Herr Ostkämper dankt Herrn Austermühl für die geleistete Arbeit.

10. Wahlen der Mitglieder des Beirats
Herr Ostkämper verliest die Namen der bisherigen Mitglieder des Beirats. Alle hätten im Vorfeld ihre Bereitschaft signalisiert, weiterhin im Beirat tätig zu sein. Herr Ostkämper fragt dennoch nach weiteren Vorschlägen, da auch eine Vergrößerung wünschenswert sei. Frau Rüscher schlägt Frau Steinmetz vor, die durch ihre Tätigkeit im Museumsdienst mit der Forumsarbeit vertraut sei. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden bei 6 Enthaltungen einstimmig gewählt.

11. Wahl eines Kassenprüfers (für die Jahre 2019 und 2020)
Da die Kassenprüfer satzungsgemäß nur für zwei Wahlperioden nacheinander gewählt werden dürfen, scheidet Frau Horn als Kassenprüferin aus, während Herr Kraft noch für eine Periode wiedergewählt wird. Als zweite Kassenprüferin wird Frau Spellerberg vorgeschlagen. Sie wird bei einer Enthaltung einstimmig gewählt.

12. Verschiedenes
Unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes wird der neue Imagefilm gezeigt, der wiederum aus Mitteln der NRW-Stiftung mitfinanziert worden sei.

Im Anschluss beendet Herr Ostkämper um 20.35 Uhr die Sitzung.

Protokoll: Christian Austermühl