Jüdische Bürger in Höxter

Opfer der Shoah aus Nieheim

Kurzbiografien aller im Dritten Reich deportierten Juden, die in Nieheim geboren wurden, für einen längeren Zeitraum hier lebten oder von hier deportiert wurden. Die Überlebenden sind durch kleineren Druck hervorgehoben.

A. Aus Nieheim deportierte Opfer des Holocaust

Deportation nach Riga
Abtransport aus Nieheim: 10.12.1941
Abtransport aus Bielefeld: 13.12.1941
Ankunft in Riga: 16.12.1941
Deportation nach Warschau
Abtransport aus Nieheim: 30.3.1942
Abtransport aus Bielefeld: 31.3.1942
Ankunft in Warschau: 1.4.1942
Deportation nach Auschwitz
Abtransport aus Nieheim: 6.7.1942
Abtransport aus Bielefeld: 10.7.1942, Berlin 11.7.1942
Ankunft in Auschwitz: nicht bekannt
Deportation nach Theresienstadt
Abtransport aus Nieheim: 28.7.1942
Abtransport aus Bielefeld: 31.7.1942
Ankunft in Theresienstadt: 1.8.1942

Die Geschwister Baumgarten auf der Deportationsliste nach Theresienstadt
Die Geschwister Baumgarten auf der Deportationsliste nach Theresienstadt

Baumgarten, Frieda, * 23.5.1897 in dem heute nach Nieheim eingemeindeten Dorf Holzhausen, Tochter von Emil Ephraim Baumgarten und Jettchen Löwendorf, die in der Weimarer Republik in der Wasserstr. 5 in Nieheim ein Kolonialwarengeschäft führten, Glas und Porzellanwaren verkauften und mit Häuten und Fellen handelten.
Über die Tochter Frieda ist nur bekannt, dass sie am 31.7.1942 von Nieheim nach Theresienstadt und am 23.1.1943 zur Ermordung nach Auschwitz deportiert wurde.

Baumgarten, Walter Wolf, * 30.8.1898 in dem heute nach Nieheim eingemeindeten Dorf Holzhausen, Sohn von Emil Ephraim Baumgarten und Jettchen Löwendorf, die in der Weimarer Republik in der Wasserstr. 5 in Nieheim ein Kolonialwarengeschäft führten, Glas und Porzellanwaren verkauften und mit Häuten und Fellen handelten.
Über Walter Baumgarten ist nur bekannt, dass er am 31.7.1942 von Nieheim nach Theresienstadt und dann am 25.8.1942 zur Ermordung in das Vernichtungslager Maly Trostinec deportiert wurde.

Josef Braunschild
Josef Braunschild

Braunschild, Josef, * 2.12.1880 in Nieheim, Sohn des Textil- und Lebensmittelkaufmanns Isaak Braunschild und der Bertha geb. Rosskamm.
Er betrieb in Nieheim, Schäferstr. 17, einen Landmaschinenhandel und war mit der ebenfalls in Nieheim geborenen Else Kirchheimer (1895-1941) verheiratet, mit der er die Kinder Hedwig („Hedy“) (1921-1997) und Paul Hellmuth (1924-1990) hatte. Die Tochter emigrierte 1939 mit dem letzten Zug in die Niederlande. Dort heiratete sie den Niederländer Ane Ritsma und hatte mit ihm zwei Kinder. Die Ehe rettete wahrscheinlich ihr Leben. Sie war in zweiter Ehe (1974) mit dem aus Meckenheim stammenden Erwin Juhl (1905-1985) verheiratet. Ihr Vater Josef wurde unter dem Vorwand einer Führerscheinüberprüfung am 9. November 1938 verhaftet, im Rathaus in eine Einzelzelle gesperrt und dann in das KZ Buchenwald verbracht, wo er nach Folterungen am 29.11.1938 ermordet wurde. Seine Frau starb 1941 in Nieheim. Der nach Riga deportierte Sohn Paul Hellmuth konnte aus dem KZ Stutthof entfliehen und starb 1990 in England.

Braunschild, Paul Hellmuth, * 17.9.1924 in Nieheim, Sohn des Viehhändlers Joseph Braunschild und der Else geb. Kirchheimer.
Wie sein Vater wurde er Viehhändler. Er wurde am 13.12.1941 aus der Schäferstr. 17 nach Riga deportiert, wo er nach wenigen Tagen für acht Monate dem im Aufbau befindlichen Nebenlager Salaspils zugeteilt wurde, bevor er jeweils mehrere Monate im Ghetto und im Außenlager der Firma Lenta zur Arbeit eingesetzt war. Im Spätsommer 1944 wurde er für neun Monate in das KZ Sutthof verbracht und von dort im Oktober für eine Zeit einem Arbeitslager in Danzig-Burggraben zugeteilt. Unter dem Vorwand, als angebliche deutsche Marine-Deserteure zur Zaunreparatur eingeteilt zu sein, floh Paul Braunschild mit seinem Mithäftling Werner Sauer aus dem Arbeitskommando. Doch schon am Abend desselben Tages wurden sie aufgegriffen und ins Gefängnis gebracht, wo sie auf dem nackten Betonboden schlafen mussten, mit einem Pullover mit aufgetrennter Seitennaht als behelfsmäßiger Decke. Als Verpflegung erhielten sie am Tag jeweils eine Scheibe Brot und einen Schluck „gefärbtes Wasser“, Kaffee genannt. Nach zweiwöchiger Inhaftierung in quälender Ungewissheit wurden die beiden mit vorgehaltenen Gewehren aus der Zelle geholt und rechneten mit ihrer Erschießung. Ihnen gelang jedoch eine zweite Flucht. Versteckt bei polnischen Bauern wurden sie schließlich im frühen Frühjahr 1945 von russischen Soldaten befreit. Paul Braunschild kehrte im Juni 1945 nach Nieheim zurück, bevor er dann 1948 nach Israel emigrierte, wo er 1952 in Kirjath Sabinia bei Haifa wohnte. Er heiratete und hatte zwei Kinder. Er kehrte 1961 zurück nach Köln zurück und starb dort 1972 nach einer Nierentransplantation. Sein Sohn Elie lebt heute in Köln.

Bendix Dieckhoff
Bendix Dieckhoff

Dieckhoff, Bendix, * 10.7.1862 in Lichtenau, Sohn von Herz Dieckhoff und Fanny geb. Herzstein.
Bendix Dieckhoff war Viehhändler. Er heiratete 1892 die aus Nieheim stammende Lina geb. Kirchheimer (* 1869) und zog um 1900 mit ihr nach Nieheim, Langestr. 91. Die ersten der neun Kinder wurden in Lichtenau geboren, die weiteren dann in Nieheim. Zwei Töchter flohen im Dritten Reich in die Niederlande, wurden aber von dort nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Bendix Dieckhoff und seine Frau wurden am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und knapp zwei Monate später am 23.9.1942 weiter nach Treblinka verbracht, wo sie wie alle anderen mit den Abgasen von Panzermotoren erstickt wurden: die größte einzelne Mordaktion an ostwestfälischen Jüdinnen und Juden. mehr

Lina Dieckhoff geb. Kirchheimer
Lina Dieckhoff geb. Kirchheimer

Dieckhoff, Lina geb. Kirchheimer, * 22.11.1869 in Nieheim, Tochter von Sandel Kirchheimer und Emma geb. Eisenstein.
Sie heiratete 1892 den Lichtenauer Viehhändler Bendix Dieckhoff und zog mit ihm um 1900 nach Nieheim, Langestr. 91. Zwei der neun Kinder gingen im Dritten Reich in die Niederlande ins Exil, wurden aber von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet. Lina und Bendix Dieckhoff blieben in Nieheim und wurden am 31.7.1942 von hier nach Theresienstadt deportiert und dann zwei Monate später am 23.9.1942 zur Ermordung nach Treblinka transportiert, wo sie mit den Abgasen von Panzermotoren erstickt wurden.

Diekhoff, Siegfried, * 29.5.1901 in Lichtenau, Sohn des Viehhändlers Bendix Dieckhoff und der Lina geb. Kirchheimer — überprüfen wg. Diekhoff-Dieckhoff
Er zog mit den Eltern nach Nieheim, Langestr. 91, wo er als Handlungsgehilfe und Schweizer (Melker) im Viehhandel des Vaters mitarbeitete. Nach der Pogromnacht 1938 wurde er für zweieinhalb Wochen in das Konzentrationslager Buchenwald verbracht. Am 31.7.1942 wurde er von Nieheim nach Warschau deportiert und ist in Auschwitz verschollen.

Frankenberg, Margarete (Grete), * 10.4.1902 in Nieheim, Tochter des Viehhändlers Wolf (Adolf) Frankenberg und der Pauline geb. Sander.
Nach zwischenzeitlicher Abwesenheit zog sie Ende 1938 zu ihrer Mutter Pauline in die Marktstr. 137 in Nieheim. Zusammen wurden die beiden am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, von wo Margarete am 19.10.1942 zur Ermordung nach Auschwitz verbracht wurde.

Pauline und Margarete Frankenberg auf der Deportationsliste nach Theresienstadt
Pauline und Margarete Frankenberg auf der Deportationsliste nach Theresienstadt

Frankenberg, Pauline geb. Sander, * 16.7.1872 in Erpel, wahrscheinlich Tochter von Alexander Sander und Caroline Loeser.
Sie heiratete den Nieheimer Viehhändler Wolf (Adolf) Frankenberg (Marktstr. 137) und hatte mit ihm vier Kinder. Der Sohn Ernst (1901-1920) starb bereits mit 19 Jahren, und die Tochter Susanne emigrierte 1939 nach England. Der älteste Sohn Fritz (1899-1998) floh im Dritten Reich mit seiner Frau Eva geb. Rath (* 1912) in die USA, während die Tochter Margarete mit ihrer Mutter Pauline am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Die Tochter wurde in Auschwitz ermordet, ihre Mutter Pauline blieb dagegen in Theresienstadt und überlebte. Mit 1200 anderen Juden gelangte sie am 5.2.1945 im Austausch gegen verwundete deutsche Soldaten in die Schweiz, von wo sie im Juli 1946 in die USA auswanderte. Dort starb sie am 8.4.1971 in Glendale, Queens, New York.

Grawi, Günter, * 20.6.1923 in Nieheim, Sohn des Viehhändlers Leo(nhard) Louis Grawi und der Johanna geb. Kann.
Er wurde ebenso wie seine Eltern und Geschwister am 31.3.1942 nach Warschau deportiert und ist dort verschollen.

Grawi, Henriette (Jettchen) geb. Kirchheimer, * 5.3.1872 in Nieheim, Tochter von Sandel Kirchheimer und Gelle geb. Grünewald.
Sie heiratete 1899 den Nieheimer Viehhändler Louis Grawi, Markstr. 161, und hatte mit ihm vier Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie bei ihrem Sohn Leo(nhard) und blieb noch in Nieheim zurück, als dieser mit seiner Familie im März 1942 nach Warschau deportiert wurde. Sie selbst wurde am 31.7.1942 nach Theresienstadt und dann am 15.5.1944 zur Ermordung nach Auschwitz deportiert.

Ilse Grawi in Detmold
Ilse Grawi in Detmold

Grawi, Ilse, * 7.1.1933 in Nieheim, Tochter des Viehhändlers Leo(nhard) Louis Grawi und der Johanna geb. Kann.
Wegen der Verweisung der jüdischen Kinder aus den öffentlichen Schulen bei Fortbestehen der Schulpflicht musste Ilse Grawi Ende 1938 die Schule in Nieheim verlassen und besuchte von April 1939 bis März 1942 die jüdische Schule an der Gartenstraße 6 in Detmold. Anschließend wurde sie am 31.3.1942 mit der Familie nach Warschau deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren. mehr

Grawi, Johanna geb. Kann, * 20.6.1905 in Hohenlimburg — Eltern bisher nicht identifiziert.
Sie heiratete den Nieheimer Viehhändler Leo(nhard) Louis Grawi, Marktstr. 161, und hatte mit ihm drei zwischen 1923 und 1933 geborene Kinder. Zusammen mit ihrem Mann und den drei Kindern wurde sie am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo sich die Spuren der Familie verlieren.

Grawi, Leo(nhard) Louis, *28.10.1900, Sohn des Viehhändlers Louis Grawi und der Henriette/Jettchen geb. Kirchheimer.
Wie sein Vater lebte Leo Grawi als Viehhändler in Nieheim, Marktstr. 161. Er heiratete die aus Hohenlimburg stammende Johanna Kann und hatte mit ihr die drei Kinder Günter, Ilse und Ruth. Sie alle wurden am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo sie verschollen sind.

Grawi, Ruth Friedel Grete, * 24.3.1925 in Nieheim, Tochter des Viehhändlers Leo(nhard) Louis Grawi und der Johanna geb. Kann.
Sie wurde ebenso wie ihre Eltern und Geschwister am 31.3.1942 nach Warschau deportiert und ist dort verschollen.

Ikenberg, Charlotte, * 11.8.1904 in Nieheim, Tochter des Fell- und Häutehändlers Jakob Ikenberg und der Minna geb. Grünewald.
Nach dem Tod ihres Vaters (1862-1931) lebte sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Fritz in der Siebenbergstr. 179. Sie wurde am 13.12.1941 mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Riga deportiert. Vermutlich kam sie im Nebenlager Jungfernhof um.

Das Ehepaar Ikenberg auf der Deporationsliste nach Theresienstadt
Das Ehepaar Ikenberg auf der Deporationsliste nach Theresienstadt

Ikenberg, Ida geb. Blank, * 11.4.1876 in Horn, Tochter von David Blank und Rahel geb. Abrahamson.
Sie war in Nieheim, Marktstr. 21, mit Josef Ikenberg (1869-1942) verheiratet. Ihre drei Kinder Röse (1900-2003), Ernst (1902-1945) und Paul (1910-1940) konnten sich im Dritten Reich rechtzeitig aus Deutschland nach Uruguay bzw. in die USA retten. Die Eltern wurden dagegen am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert. Josef Ikenberg kam dort am 22.11.1942 um, während seine Frau eineinhalb Jahre später am 15.5.1944 zur Ermordung nach Auschwitz weiterverschleppt wurde.

Todesfallanzeige für Joseph Ikenberg in Theresienstadt
Todesfallanzeige für Joseph Ikenberg in Theresienstadt

Ikenberg, Josef, * 6.5.1869 in Nieheim, Sohn des Manufakturwaren- und Modehändlers Levi Ikenberg und der Rosa geb. Weinberg.
Er führte mit seiner in Horn geborenen Frau Ida Blank (* 1876) das elterliche Geschäft in der Marktstr. 21 weiter und hatte mit ihr drei Kinder. Die Tochter Rosa (1900-2003) emigrierte 1941 mit ihrem Mann Josua Löwenstein (* 1875) und den Kindern Werner und Hans 1941 nach Montevideo/Uruguay, der Sohn Ernst (1902-1945) ging 1939 mit seiner Frau Irmgard geb. Heimbach (1909-1968) ebenso in die USA wie der Sohn Paul (1910-1940). Ihre Eltern blieben in Nieheim und wurden von hier am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Josef Ikenberg knapp vier Monate später am 20.11.1942 starb. Seine Frau blieb noch eineinhalb Jahre in Theresienstadt und wurde dann am 15.5.1944 zur Ermordung nach Auschwitz deportiert.

Todesfallanzeige für Karolina Ikenberg in Theresienstadt
Todesfallanzeige für Karolina Ikenberg in Theresienstadt

Ikenberg, Karolina (Lina), * 6.6.1856 in Nieheim, Tochter des Viehhändlers Salomon Aron Ikenberg und der Charlotte geb. Kirchheimer.
Sie blieb unverheiratet und lebte in Nieheim, Marktstr. 161, im Haus der Familie Grawi. Am 31.7.1942 wurde sie 86jährig nach Theresienstadt deportiert, wo sie nach nicht einmal vier Wochen am 23.8.1942 umkam.

Ikenberg, Minna geb. Grünewald, * 22.11.1876 in Nieheim, Tochter des Kolonialwarenkaufmanns Levi Grünewald und der Bertha geb. Rosenstern.
Sie heiratete 1900 den Nieheimer Fell- und Häutehändler Jakob Ikenberg (1862-1931) und lebte mit ihm später später in Altenbeken. Das Ehepaar hatte die drei Kinder Siegfried Fritz (* 1901) und Charlotte (* 1904), die Opfer des Holocaust wurden. Spätestens nach dem Tod ihres Mannes (1931) lebte seine Frau mit den Kindern in Nieheim, Siebenbergstr. 179, und wurde von hier mit ihnen am 13.12.1941 nach Riga deportiert, wo Siegfried Fritz und Charlotte verschollen sind. Sie selbst kam im Rigaer Nebenlager Jungfernhof um.

Ikenberg, Siegfried Fritz, * 2.8.1901 in Nieheim, Sohn von Jakob Ikenberg und Minna geb. Grünewald.
Er trat vermutlich in die Fell- und Häutehandlung des Vaters ein und lebte spätestens nach dessen Tod mit der Mutter und der Schwester Charlotte in Nieheim, wo die Familie 1936 nach dem Brand ihres Hauses Schäferstr. 14 das Haus Siebenbergstr. 179 kaufte und als Matzenbäcker bekannt war. Nach der Pogromnacht 1938 wurde er für sechs Wochen im KZ Buchenwald inhaftert. Er wurde am 13.12.1941 nach Riga deportiert und von dort (vermutlich 1944) nach Stutthof verschleppt. Er ist verschollen.

Selma Leffmann geb. Rottenstein mit ihren Brüdern
Selma Leffmann geb. Rottenstein mit ihren Brüdern

Leffmann, Selma geb. Rottenstein, * 25.12.1883 in Nieheim, Tochter von Julius Rottenstein und Therese („Tiena, Tienchen“) geb. Windmüller.
Sie heiratete 1907 den Klever Kaufmann Emil Leffmann (1883-1942) und hatte mit ihm drei Kinder. Die Ehe wurde jedoch geschieden. Ab Anfang der 1920er Jahre lebte sie mit dem jüngsten Sohn Kurt (1911-1982) in Detmold in einem Haus, das ihr Vater 1918 gekauft hatte. Nach dem Tod ihrer Mutter zog sie 1937 nach Nieheim, um ihren 86jährigen Vater zu versorgen. Während die drei Kinder ins Exil fliehen konnten, wurde Selma Leffmann ein Opfer des Holocaust. Sie wurde vermutlich am 10.7.1942 nach Auschwitz deportiert. – Ihr geschiedener Mann Emil wurde im Oktober 1941 nach Lodz deportiert und im September 1942 in Chelmno ermordet. mehr

Marienthal, Therese geb. Hohenberg, * 13.4.1881 in Karlshafen, Tochter des Kaufmanns Jacob Hohenberg und der Emilie geb. Köhler.
Sie heiratete den verwitweten Nieheimer Kaufmann Moses Marienthal (1864-1940), dessen erste Frau Bertha geb. Kleeberg 1921 gestorben war. 1936 zog ihre erblindete Mutter († 1938 in Nieheim) mit in das Haus in Nieheim, Markstr. 129, ein. Therese Marienthal wurde am 31.3.1942 nach Warschau deportiert und ist verschollen.

Grab- und Gedenkstein der Familie Neuberg in Bochum
Grab- und Gedenkstein der Familie Neuberg in Bochum

Neuberg, Ilse geb. Spiro, * 29.3.1917 in Oberhausen, Tochter des Kaufmanns Ernst Spiro und der Clara geb. Buchholz.
Ihr Vater (1873-1917), der in Oberhausen das blühende Geschäft seiner Eltern weiterführte, fiel im Ersten Weltkrieg. Als die deutsche Wirtschaft nach Ende des Krieges zusammenbrach, verkaufte seine Frau das Geschäft und zog mit ihren Töchtern Berta und Ilse in eine kleine Wohnung nach Nieheim, Schäferstr. 20. Berta heiratete 1934 und konnte mit ihrem Mann Hans Israel über die Niederlande in die USA emigrieren. Ilse lebte für eine Zeit in Herford, floh 1937 ebenfalls in die Niederlande und verheiratete sich dort 1942 mit dem in Herne geborenen Karl Rudolf Neuberg (* 1913). Sie kehrte offenbar nach Nieheim zurück und wurde am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo sie verschollen ist. Ihr Mann wurde am 12.10.1942 aus dem niederländischen Lager Westerbork nach Auschwitz deportiert und zum 31.3.1944 in Jawischowitz, einem Außenlager von Auschwitz, für tot erklärt.

Oster, Margarete (Grete) geb. Adler, * 7.10.1921 in Frankfurt/M. — Eltern bisher nicht identifiziert.
Sie kam offenbar schon jung nach Nieheim, wo sie als Haustochter und Hausgehilfin bei der Familie Grünewald in der Marktstr. 162 lebte. 1939 heiratete sie den aus Hohenlimburg stammenden Walter Oster, der ebenfalls bei der inzwischen verwitweten Meta Grünewald einzog. Während letztere unmittelbar vor der Deportation starb, wurde Grete Oster zusammen mit ihrem Mann am 13.12.1941 nach Riga deportiert. Am 1.10.1944 wird ihr Name letztmalig in Stutthof genannt.

Oster, Walter, *22.2.1915 in Hohenlimburg, Sohn von Josef Oster und Berta geb. Kann.
Er arbeitete in den 1930er Jahren in dem Textilgeschäft der Witwe Edith Hurwitz in Walsrode (Krs Fallingbostel), das in der Pogromnacht 1938 in Brand gesetzt und zerstört wurde. Walter Oster wurde danach für eine Zeit im Polizeigefängnis im Rathaus in „Schutzhaft“ genommen und ging bald nach seiner Entlassung trotz fehlender Zuzugsgenehmigung um die Jahreswende 1938/39 nach Nieheim. Vielleicht auch um dort das Wohnrecht zu erhalten, heiratete er 1939 die in Frankfurt/M geborene Margarete Adler und zog zu ihr in die Marktstr. 162. Seiner bis dahin in Dorsten lebenden Mutter Berta wurde jedoch das Wohnrecht in Nieheim verweigert. Am 13.12.1941 wurden Walter und Margarete Oster nach Riga deportiert. Ob Walter wie seine Frau zuletzt noch in Stutthof inhaftiert war, ist unklar.

Ransohoff, Marta Berta geb. Steinberg, * 13.2.1880 in Hohenhausen (Kalletal), — Eltern bisher nicht identifiziert.
Sie heiratete den angesehenen Nieheimer Textilkaufmann Bernhard Ransohoff (1873-1933), Schäferstr. 37, der dort bis zum Dritten Reich als Stadtverordeneter gewählt wurde. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, von denen die als Rosenthal verheiratete Tochter Margarethe (* 1908) in die USA emigrierte, während der Sohn Paul Nathan (* 1909) 1939 in Nieheim starb. Die allein gebliebene Mutter wurde am 31.3.1942 nach Warschau deportiert und ist verschollen.

Rottenstein, Albert, *5.9.1885 in Nieheim, Sohn von Jakob Julius Rottenstein und Therese (Tiena, Tienchen) geb. Windmüller.
Er lebte anscheinend zweitweise in Detmold, führte dann in Nieheim ein Haushaltswarengeschäft unter anderem mit Küchenherden und Kachelöfen und besaß in der Stadt die Grundstücke Mauerstr. 263 und Marktstr. 122. 1921 heiratete er die aus Aerzen stammende Julie Herzberg (* 1892) und hatte mit ihr die Söhne Walter (* 1922), Helmut (* 1924) und ein weiteres Kind. Nach der Pogromnacht wurde der Vater Albert für vier Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert. Während der Sohn Walter und das weitere Kind im Dritten Reich emigrieren konnten, wurden die Eltern mit dem Sohn Helmut am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo sie verschollen sind.

Rottenstein, Helmut, *10.11.1924 in Nieheim, Sohn von Albert Rottenstein und Julie geb. Herzberg.
Er ging anscheinend für eine Zeit nach Köln, wurde aber mit seinen Eltern am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo er ebenso wie die Eltern verschollen ist.

Rottenstein, Julie geb. Herzberg, * 29.1.1892 in Aerzen, Tochter von Hermann Herzberg und Johanna geb. Löwenstein.
Sie war in Nieheim mit Albert Rottenstein verheiratet und hatte mit ihm die Söhne Helmut (* 1924) und Walter (* 1922) sowie ein weiteres Kind. Zusammen mit ihrem Mann und dem Sohn Helmut wurde sie am 31.3.1942 nach Warschau deportiert und ist seitdem verschollen.

Julius Jacob Rottenstein und seine Frau Therese (Tiena, Tienchen)
Julius Jacob Rottenstein und seine Frau Therese (Tiena, Tienchen)

Rottenstein, Julius Jacob, * 25.8.1851 in Nieheim, Sohn von Wolf Rottenstein und Charlotte Goldschmidt.
Er war in Nieheim, Marktstr. 121, Inhaber eines Eisenwarengeschäfts und war mit der aus Beckum stammenden Therese (Tiena/Tienchen) Windmüller (1850-1936) verheiratet, die im Ort ein Kurzwarengeschäft führte. Die beiden hatten sechs Kinder hatte, von denen eines früh starb. Nach dem Tod seiner Frau (1937) kümmerte sich die Tochter Selma gesch. Leffmann um seine Versorgung. Trotz seiner 90 Jahre wurde er am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, starb aber bereits auf dem Transport im Zug. Die Söhne Robert (1889-1958) und Emil (* 1888) konnten im Dritten Reich emigrieren, während die als Leffmann verheiratete Tochter Selma (* 1883) und die Söhne Siegfried (* 1881) und Albert (* 1885) dem Holocaust zum Opfer fielen.

Clara Spiro geb. Buchholz
Clara Spiro geb. Buchholz

Spiro, Clara geb. Buchholz, * 13.11.1872 in Nieheim, Tochter von Levi Buchholz und Bertha geb. Frankenberg.
Sie heiratete den in Düsseldorf geborenen Kaufmann Ernst Spiro (1873-1917), der in Oberhausen das blühende Geschäft seiner Eltern weiterführte. Die beiden hatten zwei Töchter, Berta (1909-1987) und Ilse (* 1917). Ihr Mann fiel im Ersten Weltkrieg. Nach dem Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft nach dem Krieg verkaufte Clara das Geschäft und zog in eine kleine Wohnung nach Nieheim, Schäferstr. 20. Die Tochter Berta besuchte in Detmold eine höhere Schule, beendete ihre Schullaufbahn aber wegen der Kosten und ließ sich in Essen zur Hutmacherin ausbilden. Sie heiratete 1934 in Pyrmont Hans Israel und zog mit ihm nach Nieheim, wo die Kinder Alfred (* 1936) und Eva (* 1938) geboren wurden. Nach der Pogromnacht wurde Hans Israel im KZ Buchenwald inhaftiert, aber bald nach seiner Entlassung gelang der Familie die Flucht in die USA. Die Schwester Ilse wohnte eine Zeit in Herford und emigrierte dann in die Niederlande, wo sie heiratete, aber dann mit ihrem Mann deportiert wurde. Die Mutter Clara blieb in Nieheim und wurde am 31.3.1942 nach Warschau deportiert. Sie ist verschollen.

Ida Weil (3. v. rechts) um 1912 bei einem Kaffeekränzchen
Ida Weil (3. v. rechts) um 1912 bei einem Kaffeekränzchen

Weil, Ida Elise, *24.10.1867 in Nieheim, Tochter von Isaak Ikenberg und Blümchen geb. Rosenstein.
Sie heiratete 1890 den Steinheimer Kaufmann Julius Weil (1859-1919) und hatte mit ihm zwei Söhne und eine Tochter. Der Sohn Siegfried (1891-1941) emigrierte in die USA, und die Tochter Ella verh. Ransenberg (1894-1968) floh mit ihrer Familie nach Argentinien. Nach der Emigration des jüngsten Sohns Carl nach Italien zog Ida Weil im März 1936 von Steinheim nach Nieheim. Von dort wurde sie am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und acht Wochen später am 23.9.1942 zur Ermordung nach Treblinka verschleppt.

B. In Nieheim geborene oder länger hier lebende Opfer des Holocaust

Auerbach, Ella Elise geb. Stein, * 14.4.1885 in Nieheim, Tochter von Bernhard Stein und Clara geb. Katz.
Sie zog von Nieheim (vielleicht 1898 mit ihrem Bruder Julius) nach Stadtoldendorf, ging aber 1901 nach Bigge und dann nach Essen, wo sie als Auerbach verheiratet war und den Sohn Walter (1917-1942) bekam. Später wohnte sie in Bremen, von wo sie am 18.11.1941 in das Ghetto in Minsk deportiert wurde und dort verschollen ist. Ihr Sohn Walter, der sich in Paderborn (Grüner Weg) und Bielefeld (Schloßhofstraße) auf die Auswanderung nach Palästina vorbereitet hatte, wurde mit ihr nach Minsk deportiert und am 28.7.1942 ermordet.

Der Grabstein von Abraham Bargeboer in Orry-la-Ville
Der Grabstein von Abraham Bargeboer in Orry-la-Ville

Bargeboer, Minna geb. Kirchheimer, * 7.10.1867 in Nieheim, Tochter von Sandel Kirchheimer und Gelle geb. Grünewald.
Sie heiratete 1893 den in Winschoten, Niederlande, geborenen Viehhändler Abraham Bargeboer (1868-1944) und lebte mit ihm vermutlich in Deutschland. Zu einem unbekannten Zeitpunkt emigrierten sie nach Frankreich, wo sie 1939 in Nizza wohnten. Dort wurden sie Ende 1943 von der deutschen Wehrmacht entdeckt und verhaftet. Ihr Mann wurde am 23.1.1944 erhängt im Gefängnis aufgefunden (Selbstmord wegen Folter?) und auf dem Friedhof in Orry-la-Ville begraben. Seine Frau wurde von Nizza in das französische Durchgangslager Drancy gebracht und von dort am 31.7.1944 nach Auschwitz deportiert, wo sie zum 5.8.1944 für tot erklärt wurde.

Biermann, Paula geb. Windesheim, * 2.6.1878 in Nieheim, Tochter von Abraham Windesheim und Jettchen geb. Cohn.
Sie heiratete 1911 in dessen zweiter Ehe den in Amsterdam geborenen Nathan Bierman (1879-1942), der dort bis ins 20. Jahrhundert als Diamantschleifer arbeitete und in der Folgezeit zunächst als Ladenbesitzer und dann als Kinoinhaber ansässig war, bis er seine Kinos 1936 verkaufte. Zusammen wurde das Ehepaar am 5.10.1942 über das holländische Lager Westerbork nach Auschwitz deportiert, wo beide gleich nach der Ankunft ermordet wurden. mehr

David und Lina Blumenthal (links) mit den Kindern Erich und Lieselotte (um 1933)
David und Lina Blumenthal (links) mit den Kindern Erich und Lieselotte (um 1933)

Blumenthal, Lina Dina geb. Grünewald, * 13.8.1879 in Nieheim, Tochter des Kolonialwarenhändlers Levy Grünewald und der Bertha geb. Rosenstern.
Sie war in Hessisch-Oldendorf mit dem Viehhändler David Blumenthal (* 1877) verheiratet und führte dort selbst einen kleinen Schuhverkauf. Wegen der zunehmend schwierigeren Situation verkauften die beiden nach der Pogromnacht ihr Hab und Gut und zogen mit den beiden Kindern Erich und Lieselotte nach Bielefeld. Letztere konnten von dort 1939 in die USA bzw. nach England emigrieren, während die Eltern sich dazu nicht durchringen konnten und schließlich auch keine Möglichkeit zur Auswanderung mehr fanden. Sie wurden am 11.7.1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Böhm, Karoline geb. Kirchheimer, * 5.4.1873 in Nieheim, Tochter von Aron Kirchheimer und Minna geb. Grünewald (1. Frau).
Sie war zunächst mit einem Böhm (Vorname unbekannt) verheiratet und zog nach der Scheidung etwa in den 1920er Jahren nach Fürstenau, woher auch ihre Stiefmutter Jettchen Kirchheimer geb. Bachmann stammte. Hier führte sie wegen der langen Krankheit der Hausfrau Regine und auch nach ihrem Tode (1932) den Haushalt der Familie Markus Judenberg, Fürstenau Nr. 76. Während dessen ebenfalls im Haus lebende Pflegetochter Carla Pins geb. Judenberg mit ihrem Mann Max im Dezember 1941 nach Riga deportiert wurden, wurden Karoline Böhm und Markus Judenberg am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort kam sie am 29.12.1944 um.

Gedenkstein für Albert Braunschild und seine Frau Emilie in Sobibor
Gedenkstein für Albert Braunschild und seine Frau Emilie in Sobibor

Braunschild, Albert Samuel, * 3.2.1875 in Nieheim, Sohn von Isaak Braunschild und Bertha geb. Rosskamm.
Er war Kaufmann und lebte mit seiner aus Peckelsheim stammenden Frau Emilie geb. Löwenstein (1887-1943) zunächst in Nieheim, wo die Kinder Kurt (* 1911) und Gertrude Berta (* 1909) geboren wurden, und zog dann nach Paderborn. Von 1934 bis 1938 lebte die Familie in Bielefeld und danach in Essen. In der Nacht der Novemberprogrome wurde die Wohnung der Braunschilds vollkommen zerstört, und Albert Braunschild wurde für einige Tage inhaftiert. Daraufhin floh er mit seiner Frau Emilie nach Amsterdam, wo seit 1933 der Sohn Kurt und seit kurzem auch die Tochter Gertrude lebten. Bei einer Razzia wurde das Ehepaar entdeckt und nach einer Woche im holländischen Durchgangslager Westerbork am 2.3.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. – Die Tochter Gertrud war in den Niederlanden als Rosendahl verheiratet, von wo ihr Mann noch rechtzeitig nach England flüchten, aber seine Frau nicht mehr nachholen konnte. Sie überlebte in Bergen-Belsen und ging nach dem Krieg nach England.

Der Grabstein für Emma Braunschild in Heidelberg
Der Grabstein für Emma Braunschild in Heidelberg

Braunschild, Emma, * 5.10.1869 in Nieheim, Tochter von Isaak Braunschild und Bertha geb. Rosskamm.
Sie arbeitete nach ihrer Schulzeit fünf oder sechs Jahre am jüdischen Krankenhaus in Berlin. 1905 übersiedelte sie nach Amerika und war dort in verschiedenen New Yorker Krankenhäusern als Krankenschwester tätig. 1923 kehrte sie nach Deutschland zurück und zog nach Heidelberg, wo sie von ihrem Vermögen und einer Altersrente in einem eigenen Haus lebte und ihre kranke Schwester Rosa betreute. Nach deren Einlieferung in eine Heil- und Pflegeanstalt verkaufte sie das Haus und zog in deren Nähe nach Wiesloch. Nach weiteren Wohnungswechseln wurde sie in einem „Judenhaus“ untergebracht, bis sie Ende Oktober 1940 nach Gurs (Frankreich) deportiert wurde, wo sie bis August 1943 die Lager Gurs, Noé und Récébédou durchlief. Bis 1947 hielt sie sich in St. Laurent du Pont (Isére) auf. 1948 kehrte sie nach Heidelberg zurück, wo sie auf Antrag der jüdischen Gemeinde im Alters- und Pflegeheim St. Hedwig unterkam. Dort starb sie 1957.
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Braunschild, Kurt, * 31.1.1911 in Nieheim, Sohn von Albert Braunschild und Emilie geb. Löwenstein.
Nach einer kaufmännischen Ausbildung besuchte er die Maschinenbauschule in Lage und absolvierte bis 1933 ein Volontariat bei der Firma Ludwig Diemel in Paderborn. Am 3.7.1933 floh er illegal mit dem Fahrrad nach Amsterdam, wohin ihm seine Schwester Trude und die Eltern 1939 folgten. 1941 heiratete er die in Sanderahmdeich (Ostfriesland) geborene Mathilde („Tilly“) Cohen (* 1913) und wurde mit ihr am 19.10.1942 nach Auschwitz deportiert. Seine Frau wurde dort gleich ermordet, er selbst fünf Monate später am 28.2.1943.

Der Grabstein für Rosa Braunschild in Heidelberg
Der Grabstein für Rosa Braunschild in Heidelberg

Braunschild Rosa, * 5.12.1873 in Nieheim, Tochter des Textil- und Lebensmittelkaufmanns Isaak Braunschild und der Bertha geb. Rosskamm.
Sie wurde ein Opfer der Euthanasie. Über ihr Leben ist nur bekannt, dass sie von 1923 bis 1937 mit ihrer Schwester Emma, die sich offenbar um sie kümmerte, in Heidelberg in der Rottmannstraße 36 lebte. Von dort wurde sie 1937 in die psychiatrische Anstalt Wiesloch eingewiesen, dann am 4.9.1939 in die Heil- und Pflegeanstalt Philippshospital in Goddelau verlegt und am 14.5.1940 weiter in die Heil- und Pflegeanstalt Zwiefalten eingeliefert. Von dort wurde sie am 21.5.1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck verbracht und noch am selben Tag im Zuge der Aktion T4 in der Gaskammer ermordet. mehr

Arthur Mathias Buchholz
Arthur Mathias Buchholz

Buchholz, Arthur Mathias, * 26.11.1878 in Nieheim, Sohn von Max Buchholz und Karoline geb. Löwenstein.
Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums arbeitete er zunächst im Ledergeschäft seines Vaters und gründete 1905 in Detmold, Lange Straße 39, ein Fachgeschäft für Glas und Porzellan, das er 1929 in das von ihm erworbene Haus Lange Straße 16 verlegte. Nach dem Tod seiner Frau Frieda geb. Sondermann (1882-1929) führte Erna Quadfass, geb. Boehm, den Haushalt. Im November verkaufte er sein Geschäft an die langjährige Mitarbeiterin Elsa Krumsiek. Am Morgen des 10.11.1938 wurde er verhaftet und bis zum 21.11.1938 im KZ Buchenwald inhaftiert. Bereits schwer erkrankt, so dass er getragen werden musste und nur liegend transportiert werden konnte, wurde er am 31.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo ihn die ebenfalls deportierte Erna Quadfass pflegte. Eine im dortigen Krankenhaus vorgenommene Operation überlebte er nur um zwei Wochen und starb am 22.11.1942. – Der Sohn Hans (* 1907) konnte mit seiner Anfang 1939 geheirateten Frau Edith Winter in die USA emigrieren. mehr

Hedwig und Max Buchholz auf der Deportationsliste nach Sobibor
Hedwig und Max Buchholz auf der Deportationsliste nach Sobibor

Buchholz, Max Moses, * 31.7.1881 in Nieheim, Sohn des Lederwarenkaufmanns Levi Buchholz und der Bertha geb. Frankenberg.
Er lebte später als Vertreter in Essen, verheiratet mit der dort geborenen Hedwig („Hete“) Jacobs (* 1889), die dort ein Putz- und Damenmodengeschäft führte. Sie hatten zwei Kinder, von denen der Sohn Werner (1914-1919) jung starb, während die Tochter Ursel (* 1921) im Dritten Reich in die USA emigrierte. Die Eltern blieben dagegen in Essen, wo sie 1942 in das Judenlager Holbeckshof in Essen-Steele gesperrt und von dort am 15.6.1942 nach Sobibor deportiert und ermordet wurden.

Sofie Buchholz, Nr. 535 auf der Deportationsliste nach Lodz
Sofie Buchholz, Nr. 535 auf der Deportationsliste nach Lodz

Buchholz, Sophie Sophia, * 15.2.1877 in Nieheim, Tochter des Lederwarenkaufmanns Levi Buchholz und der Bertha geb. Frankenberg.
Über sie ist nur bekannt, dass sie in Köln lebte (vermutlich als Buchhalterin) und am 22.8.1941 nach Lodz deportiert wurde, bis sie ein gutes halbes Jahr später im Mai 1942 zur Ermordung in das Vernichtungslager Chełmno verbracht wurde.

Stolperstein für Grete Dieckhoff in Gouda
Stolperstein für Grete Dieckhoff in Gouda

Dieckhoff, Margarete Grete, * 24.5.1905 in Nieheim, Tochter des Viehhändlers Bendix Dieckhoff und der Lina geb. Kirchheimer.
Sie war in Deutschland Inhaberin einer Schneiderei für wohlhabende Damen, bevor sie 1939 in die Niederlande flüchtete. Zunächst hielt sie sich in Den Haag auf, lebte aber dann ab 1941 als Haushälterin in Gouda. Die Familie, bei der sie arbeitete, hatte Papiere für die Schweiz, aber Grete wagte offenbar nicht mit ihnen zu gehen, sondern arbeitete dann untergetaucht bei einer anderen Familie. Von einem Arzt bekam sie falsche Ausweispapiere auf den Namen Maria Landsheer, wurde aber am 20.10.1942 vor Gericht gebracht, weil sie verdächtigt wurde, ihre Wohnung ohne Genehmigung gewechselt zu haben. Am 12.7.1943 wurde sie in ihrem Versteck verhaftet, zum SD gebracht und einige Zeit später zum Polizeirevier und dann in das Durchgangslager Westerbork verbracht. Von dort wurde sie am 31.8.1943 nach Auschwitz deportiert und nach wenigen Tagen ermordet. mehr

Dieckhoff, Selma, * 4.6.1907 in Nieheim, Tochter des Viehhändlers Bendix Dieckhoff und der Lina geb. Kirchheimer.
Über Selma Dieckhoff ist nur bekannt, dass sie im Dritten Reich in die Niederlande floh und 1941 in Amsterdam der Brouwersgracht 96 I wohnte. 1942 wurde sie über das Durchgangslager Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort zum 30.9.1942 für tot erklärt wurde.

Diekhoff, Josef, * 13.2.1900 in Lichtenau, Sohn des Viehhändlers Bendix Dieckhoff und der Lina geb. Kirchheimer — überprüfen wg. Diekhoff-Dieckhoff
Er lebte offenbar zunächst mit seinen Eltern in Nieheim. Um die Mitte der 1920er Jahre heiratete er die Ossendorferin Klara Schönemann (* 1895) und zog ebenfalls nach Ossendorf, wo auch die beiden Kinder Hannelore (* 1927) und Harry (* 1930) geboren wurden. Nach der Pogromnacht wurde Josef Diekhoff für knapp sechs Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert und arbeitete dann bis 1941 in einer Warburger Papierfabrik. Die ganze Familie wurde am 13.12.1941 nach Riga deportiert und ist seitdem verschollen.

Flatow, Alma geb. Löwendorf, * 3.12.1906 in Vörden, Tochter von Nathan Löwendorf und Sara geb. Abt.
Sie wohnte spätestens ab 1937 bei ihrer in Nieheim mit Emil Baumgarten verheirateten Tante Henriette geb. Löwendorf und zog dann 1939 mit ihrem in Nieheim geheirateten Mann Max Flatow nach Detmold. Zusammen mit ihm wurde sie am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo sich beider Spuren verlieren. mehr

Max Flatow
Max Flatow

Flatow, Max, * 9.8.1914 in Detmold, Sohn des Buchbinders, Synagogendieners und jüdischen Lehrers Louis Flatow und der Frieda van Geldern.
Sicher auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten hielt er sich außer in Detmold 1936 und 1937 auch jeweils für wenige Monate in Hameln und Bielefeld auf und zog dann 1937 nach Nieheim. Spätestens in dieser Zeit lernte er seine spätere Frau Alma Löwendorf kennen, die er im Mai 1939 in Nieheim heiratete. In der Pogromnacht wurde er in Detmold mit seiner Familie unter Beschimpfungen und Schlägen aus der Wohnung getrieben. Für über zehn Wochen wurde er im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert und musste danach Zwangsarbeit leisten. Am 31.3.1942 wurde das Ehepaar nach Warschau deportiert und ist verschollen. Max Flatows Eltern wurden am 31.7.1942 nach Theresienstadt und von dort am 23.9.1942 zur Ermordung nach Treblinka deportiert. mehr

Die Angehörigen der Nordhäuser Familie Frohnhausen auf der Deportationsliste
Die Angehörigen der Nordhäuser Familie Frohnhausen auf der Deportationsliste

Frohnhausen, Melanie geb. Lewin, * 13.9.1899 in Nieheim oder Erwitzen — Eltern bisher nicht identifiziert.
Sie heiratete den in Halberstadt geborenen Rechtsanwalt Dr. Paul Frohnhausen (* 1877), der in Nordhausen Inhaber einer Rechtsanwaltspraxis war. Die Ehe blieb anscheinend kinderlos. Ihr Mann wurde nach der Pogromnach für eine Zeit im KZ Buchenwald inhaftiert. Am 20.9.1942 wurde sie mit ihm und einer Schwägerin nach Theresienstadt deportiert. Ihr Mann starb dort am 23.2.1944, und seine Frau wurde am 18.5.1944 zur Ermordung nach Auschwitz verschleppt.

Großmann, Norbert, * 6.10.1890 im damals österreichischen Lemberg (Lwów), das nach dem Ersten Weltkrieg 1918 polnisch wurde.
Er war seit 1918 polnischer Staatsbürger und lebte von spätestens 1925 bis 1938 als Viehhändler in Nieheim. Im Rahmen der Polenaktion wurde er am 28.10.1938 aus Deutschland abgeschoben, und zwar nach Bentschen (Zbaszyn), da er in Polen wohl keine Verwandten mehr hatte. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Heimbach, Karl, * 11.4.1910 in Laer (Kr. Steinfurt), Sohn von Salomon Louis Heimbach und Emilie geb. Rosenthal.
Er lebte ab 1925 als kaufmännischer Angestellter der Manufaktur- und Modewarenhandlung Levi Ikenberg in Nieheim, wo er 13 Jahre blieb. Ende September 1938 wurde ihm seine Legitimationskarte als Vertreter entzogen. Er plante daraufhin eine Emigration nach Frankreich, um dort mit seinem Bruder Albert im Manufakturwarenhandel seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Es kam jedoch nicht zur Ausführung des Plans, und nach der Pogromnacht wurde er für sieben Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert. Er zog nach Steinheim und alle weiteren Auswanderungspläne zerschlugen sich. Am 18.11.1941 wurde er von Bremen mit seiner Schwester Else verh. Frank in das Ghetto in Minsk deportiert und am 28.7.1942 ermordet. mehr

Ikenberg, Emma geb. Herz, * 1.5.1877 in Dieblich, Tochter von Andreas Herz und Amalia geb. Simon.
Sie war seit 1904 in Nieheim mit Isaak gen. Julius Ikenberg verheiratet und hatte mit ihm drei Kinder. Während der jüngste Sohn Willi (1913-1988) 1937 in die USA emigrieren konnte, wurden seine beiden Geschwister Rosa (* 1904) und Karl Erich (* 1907) ebenso in den Tod deportiert wie die Eltern, die nach ihrer Emigration nach Gouda (Niederlande) über das Durchgangslager Westerbork am 4.5.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und bald danach ermordet wurden.

Ikenberg, Isaak gen. Julius, * 8.5.1875 in Nieheim, Sohn des Manufakturwaren- und Modehändlers Levi Ikenberg und der Rosa geb. Weinberg.
Er heiratete 1904 die aus Dieblich stammende Emma Herz (* 1877) und hatte mit ihr drei Kinder, von denen der Sohn Willi (1913-1988) im Dritten Reich in die USA auswanderte, während die Tochter Rosa (* 1904) und der Sohn Karl Erich (* 1907) in Auschwitz ermordet wurden. In der Pogromnacht beschlagte man im Haus ein Seitengewehr, und schon Anfang Dezember wurde die Arisierung des Vermögens beraten. Anfang 1939 floh Julius Ikenberg mit seiner Frau aus Nieheim nach Gouda (Niederlande). Von dort wurde das Ehepaar im April 1943 für knapp vier Wochen in das holländische Übergangslager Westerbork gebracht und dann am 4.5.1943 zur Ermordung nach Sobibor deportiert.

Julius Ikenbergs Abgangszeugnis vom KWG (1885)
Julius Ikenbergs Abgangszeugnis vom KWG (1885)

Ikenberg, Julius, * 17.2.1868, Sohn von Salomon Bendix Ikenberg und Marianne geb. Weinberg.
Nach der Volksschule und einjährigem Privatunterricht war er von 1881 bis 1885 Schüler des König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter und wechselte dann auf das humanistische Gymnasium in Warburg. Mit dem dort erworbenen einjährig freiwilligen Zeugnis absolvierte er dann seinen Militärdienst als Einjährig Gefreiter. Ab 1896 lebte er als Kaufmann in Remscheid, Martin-Luther-Str. 7, wo er zusammen mit Siegfried Eichmann ein wohlangesehenes Konfektionshaus führte. Um 1904 heiratete er die aus Wuppertal stammende Martha Alsberg (* 1884), mit der er die Söhne Fritz (1905-1989, später Fred) und Günter (1913-2005, später Gershon Alon) hatte, die 1939 in die USA bzw. nach Palästina emigrierten. Ende 1941 musste Julius Ikenberg mit seiner Frau in das „Judenhaus“ Villenstraße 18 in Remscheid umziehen. Von dort wurde das Ehepaar am 21.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und dann zwei Monate später am 26.9.1942 zur Ermordung nach Treblinka deportiert. Am 14.2.2007 wurden in Remscheid Stolpersteine für die beiden verlegt.

Ikenberg, Karl Erich, * 28.6.1907 in Nieheim, Sohn von Isaak gen. Julius Ikenberg und Emma geb. Herz.
Er blieb anscheinend zunächst in Nieheim, floh aber im Dritten Reich 1936 mit seinen Eltern nach Gouda (Niederlande). Dort wurde er ab April 1943 für fünf Monate im Übergangslager Westerbork inhaftiert und dann am 14.9.1943 zur Ermordung in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.

Rosa Ikenberg auf der Deportationsliste nach Riga
Rosa Ikenberg auf der Deportationsliste nach Riga

Ikenberg, Rosa/Röse, * 5.11.1883 in Nieheim, Tochter von Bendix Ikenberg und Bertha geb. Löwenstein.
Über ihr Leben ist nur bekannt, dass sie später in Duisburg lebte. Von dort wurde sie am 11.12.1941 über Düsseldorf nach Riga deportiert. Dort verlieren sich ihre Spuren.

Sally Ikenberg und seine Frau auf einer Liste der Synagoge in Breslau
Sally Ikenberg und seine Frau auf einer Liste der Synagoge in Breslau

Ikenberg, Sally, * 13.12.1885 in Nieheim, Sohn des Fell- und Häutehandlers Jakob Ikenberg und der Johanna geb. Israel.
Er lebte als Kaufmann in Breslau, wo er mit der aus Německý Rohozec (Deutsch Rust), Tschechien, stammenden Rosa Mühlstein (* 1888) verheiratet war. Vermutlich hatten sie die Tochter Ilse (* 1918), die am 19.10.1942 von Berlin nach Riga deportiert und dort drei Tage später ermordet wurde. Deportationsdatum und Todesort von Sally Ikenberg und seiner Frau sind unbekannt.

Stolperstein für Rosel Jucker in Magdeburg
Stolperstein für Rosel Jucker in Magdeburg

Jucker/Juker, Rosa/Rosel, * 8.9.1895 in Nieheim, Tochter des Versicherungsinspektor Samuel Katz und der Friedrike/Riekchen geb. Löwenstein, die bereits um 1905 nach Magdeburg zogen, wo der Vater später Generalagent der Versicherungsgesellschaft wurde.
Die Tochter Rosa heiratete 1920 den in Lachowice (heute Polen) geborenen Uhrmacher Leopold Jucker/Juker (* 1890), der 1919 nach Magdeburg zuzogen war und hier ein Geschäft für Uhren und Goldwaren eröffnet hatte. 1933 wurde der Sohn Harald geboren. Zusammen mit ihm wurden die Eltern am 14.4.1942 in das Warschauer Ghetto deportiert und dann vermutlich in Treblinka ermordet. mehr

Stolperstein für Bernhard Katz in Hamburg
Stolperstein für Bernhard Katz in Hamburg

Katz, Bernhard, * 2.2.1869 in Nieheim, Sohn von Wolf Katz und Lene geb. Ries.
Er verließ Nieheim und ging zunächst wohl nach Stadtoldendorf, wo er die aus Niedersachswerfen stammende Rosa Seemann (1870-1926) heiratete und den im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn Max (1893-1914) bekam. Der zweite Sohn Willy (1895-1938) wurde nach dem Umzug nach Halberstadt geboren. Er emigrierte im Dritten Reich in die USA. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Bernhard Katz die in Halberstadt geborene Martha Baumgarten (* 1886), die die Kinder Hermann (* 1913) und Dora (* 1914) mit in die Ehe brachte. Später zog die Familie nach Hamburg, wo Bernhard als kaufmännischer Angestellter arbeitete. Ab Januar 1941 lebte das Ehepaar von der Wohlfahrtsunterstützung der Jüdischen Gemeinde, bis es am 15.7.1942 nach Theresienstadt und fünf Wochen später am 21.9.1942 zur Ermordung nach Treblinka deportiert wurde. mehr

Kirchheimer, Leopold, * 23.11.1884, Sohn von Nathan Kirchheimer und Emma geb. Eisenstein.
Er lebte später in Braunschweig, hielt sich aber später wieder in Nieheim auf. Im November 1938 wurde er unter dem Vorwand einer Führerscheinüberprüfung verhaftet und im KZ Buchenwald inhaftiert, wo er ebenso wie sein Schwager Josef Braunschild am 29.11.1938 nach Folterungen ermordet wurde. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Braunschweig bestattet.

Max Kirchheimer und seine Schwester(!) Rosa auf der Liste der Deportierten
Max Kirchheimer und seine Schwester(!) Rosa auf der Liste der Deportierten

Kirchheimer, Max, * 19.4.1878 in Nieheim, Sohn von Aron Kirchheimer und Henriette (Jenni) geb. Bachmann (2. Frau).
Er lebte bis 1939 als wenig erfolgreicher Viehhändler in Steinheim, zusammen mit seiner Schwester Rosa, die im Ort bis 1930 ein Feinkostgeschäft besaß. Zeitweise führten die beiden auch einen kleinen Schuhladen. 1930 zog Max nach dem Verkauf des kleinen Geschäftshauses für drei Monate nach M.Gladbach, wobei er anscheinend einem sonst nicht bekannten Alteisenhändler Beermann (Schwiegersohn?) folgte. Er kehrte jedoch nach Steinheim zurück und wurde nach der Pogromnacht für eineinhalb Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert. Danach musste er für eine Zeit in einer Steinheimer Möbelfabrik arbeiten, bis er Im November 1939 endgültig nach M.Gladbach verzog, wo er mit seiner Schwester Rosa die folgenden zwei Jahre lebte. Am 11.12.1941 wurden die beiden zusammen nach Riga deportiert und dort am 26.3.1942 im Rahmen der Aktion Dünamünde gegen ältere oder arbeitsunfähige Juden ermordet. mehr

Kirchheimer, Rosa, * 19.11.1881 in Nieheim, Sohn von Aron Kirchheimer und Henriette (Jenni) geb. Bachmann (2. Frau).
Sie betrieb in den 1920er Jahren in Steinheim ein Feinkostgeschäft und zeitweise zusammen mit ihrem Bruder Max auch einen Schuhladen. Nach dem Verkauf des gemeinsamen Hauses zog sie 1931 nach M.Gladbach, wo sie (abgesehen von einem zweimonatigen Aufenthalt bei ihrer Halbschwester Karoline in Fürstenau) bis zur Deportation wohnte und wo ihr Bruder Max im November 1939 zuzog. Am 11.12.1941 wurden die beiden zusammen nach Riga deportiert und dort am 26.3.1942 im Rahmen der Aktion Dünamünde gegen ältere oder arbeitsunfähige Juden ermordet. mehr

Bei einer Hochzeit: Frieda und Siegfried und Kirchheimer (3. Reihe, 2. u. 6. Person von links)
Bei einer Hochzeit: Frieda und Siegfried und Kirchheimer (3. Reihe, 2. u. 6. Person von links)

Kirchheimer, Siegfried, * 28.10.1887 in Nieheim, Sohn von Sandel Kirchheimer und Gelle geb. Grünewald.
Er machte eine Ausbildung als Schuhmacher und kam 1914 nach Erfurt. Nach seinem Einsatz als Front­kämpfer im Ersten Weltkrieg lernte er die in Mainz geborene Schneider­meisterin Frieda Marx (* 1894) kennen, die 1918 nach Erfurt gezogen war. 1919 heirateten die beiden. Fünf Monate später zogen sie nach Eisenach, wo sie Ende 1919 einen Schuhwa­rengroßhandel eröffneten und zwei Töchter bekamen, Ingeborg (1920-1987) und Ruth (1925-2003), die beide im Dritten Reich ins Exil fliehen konnten. Ihr Vater Siegfried versuchte in der Pogromnacht zu fliehen, wurde jedoch gefasst und für zehn Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert, das Geschäft wurde arisiert. Nach verschiedenen Wohnungsumzügen wurden Siegfried Kirchheimer und seine Frau am 10.5.1942 ind das Ghetto Bełżyce deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren. mehr

Karteikarte der Reichsvereinigung der Juden für Ricka Lämmel
Karteikarte der Reichsvereinigung der Juden für Ricka Lämmel

Lämmel, Ricka Frieda geb. Kirchheimer, * 2.4.1893 in Nieheim, Tochter von Nathan Kirchheimer und Emma geb. Eisenstein.
Sie war in Mainz mit Max Lämmel (* 1893) verheiratet und hatte mit ihm die Kinder Gerd (1920-1943) und Hella (* 1916). Ihr Mann starb vermutlich in Mainz. Sie selbst wurde als Witwe mit ihrem Sohn Gerd nach Auschwitz deportiert und dort am 13.8.1943 ermordet, der Sohn sechs Wochen später. Das Schicksal der Tochter Hella ist nicht bekannt.

Hermann Levy auf einem Foto aus der Kazerne Dossin in Mechelen (Belgien)
Hermann Levy auf einem Foto aus der Kazerne Dossin in Mechelen (Belgien)

Levy, Hermann, * 17.5.1908 in Esens, Sohn des Viehhändlers und Schlachters Bernhard Levy und der Hannchen geb. de Vries.
Zusammen mit seinen Brüdern Ludwig (1909-2003) und Artur (1916-1991) erlebte er in Esens eine glückliche Kindheit. Mit Beginn des Dritten Reiches änderte sich die Lage jedoch radikal, uns so wanderten die drei Brüder 1936 über die Niederlande nach Ecuador aus. Wegen der Unterentwicklung des Landes kehrten Hermann und Ludwig jedoch bald nach Europa zurück. Hermann Levy zog zumindest eine Zeit nach Nieheim, wo er sicher bei Albert Rottenstein lebte, mit dessen Frau Julie er verwandt war. Nach der Pogromnacht war er für einige Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert und ging dann als Kraftfahrer nach Belgien, wo er jedoch entdeckt und in der Kazerne Dossin in Mechelen inhaftiert wurde. Von dort wurde er am 15.1.1943 zur Ermordung nach Auschwitz deportiert. Sein Bruder Ludwig, der sich mit seiner Frau in Paris als Schnürsenkelverkäufer durchgeschlagen hatte, durchlief in Frankreich verschiedene Internierungslager, bis er nach etlichen Monaten in die Schweiz fliehen konnte, von wo er später in die USA auswanderte. Die Eltern, die Esens vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Holland verlassen mussten, zogen zu Verwandten nach Gütersloh und wurden von dort am 13.12.1941 nach Riga deportiert, wo sie verschollen sind.

Löwenstein, Rosa geb. Ikenberg, * 24.12.1904 in Nieheim, Tochter von Isaak gen. Julius Ikenberg und Emma geb. Herz.
Sie heiratete 1927 in wenig glücklicher Ehe den Inhaber und Erben der elterlichen Mühle Ernst Löwenstein (1895-1968) in Steinheim, der bei Spekulationen viel Geld verloren hatte und verschuldet war. Bereits nach wenigen Monaten war er plötzlich verschwunden, und erst 1968 wurde bekannt, dass er unter falschem Namen in Argentinien und Portugal überlebt hatte, mit zwei weiteren Frauen drei Kinder hatte und die letzten Jahre als angeblicher Ostflüchtling in der Nähe von Kiel verbracht hatte. – Seine in Steinheim verlassene Frau Rosa, die offenbar eine Zeit auch in Köln wohnte, floh im Dritten Reich wie ihre Eltern nach Gouda (Niederlande) und wurde mit ihnen über das Lager Westerbork am 17.9.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. (siehe Johannes Waldhoff, Die Geschichte der Juden in Steinheim, 1980, S. 210-212)

Kurt Meininger auf seiner Kennkarte
Kurt Meininger auf seiner Kennkarte

Meininger, Kurt, * 15.11.1894 in Göttingen, Sohn des Viehhändlers Mendel Meininger und dessen Frau Regine.
Er wurde offenbar Gärtner. 1927 zog er nach Berlin und kam etwa Anfang der 1930er Jahre nach Nieheim, wo er als Gärtner arbeitete. Im April 1937 ging er zunächst zu der Familie Hugo Kleinstrass nach Bredenborn und dann im Dezember nach Ossendorf. Nach der Pogromnacht 1938 war er für gut fünf Wochen in Buchenwald inhaftiert. Im Oktober 1940 kehrte er nach Göttingen zurück und arbeitete dort in der Gärtnerei Ernst Lange. Ab April 1941 musste er in der sogenannten Judenkolonne der Tiefbaufirma August Drege Zwangsarbeit leisten, die die Hochwasserschäden der Leine am Flüthedamm ausbesserte, bis er im Juli 1941 krank entlassen wurde. Silvester 1941 heiratete er die aus Bremke stammende taubstumme Lucie Meyerstein, mit der er über das Sammellager Hannover-Ahlem am 31.3.1942 nach Warschau deportiert wurde. Dort verlieren sich ihre Spuren.

Gedenktafel mit den Namen von Julius und Johanna Neuburg in Linz a. Rhein
Gedenktafel mit den Namen von Julius und Johanna Neuburg in Linz a. Rhein

Neuburg, Julius, * 14.11.1878 in Nieheim, Sohn aus der ersten Ehe von Abraham Neuburg mit Fanny geb. Bernstein.
Er war Getreidekaufmann und heiratete die aus Linz am Rhein stammende Johanna Hirsch (* 1883), mit der er ab 1919 als Sprudelwasserfabrikbesitzer („Königs-Sauerbrunnen“) in Goslar lebte. 1938 wurde die Firma jedoch arisiert, und das Ehepaar zog in die Geburtsstadt seiner Frau nach Linz am Rhein, wo Julius die Samuel Meyer’sche Familienstiftung verwaltete. Von dort wurden das Ehepaar am 31.3.1942 nach Warschau deportiert. Nach anderer Information wählten sie unmittelbar vorher den Freitod.

Heirat Sandy Pechner mit Helene Katz (Volksstimme, Magdeburg, 25.12.1910)
Heirat Sandy Pechner mit Helene Katz (Volksstimme, Magdeburg, 25.12.1910)

Pechner, Helene geb. Katz, * 15.12.1886 in Nieheim, Sohn von Wolf Katz und Lena geb. Ries.
Sie heiratete 1910 in Magdeburg den Kaufmann Sandy Pechner († 1938) und lebte mit ihm zunächst dort, wo auch die Töchter Irene (* 1912) und Ingeborg (* 1917) geboren wurden. Später verzog die Familie nach Hamburg, wo Sandy Pechner 1938 starb und auf dem jüdischen Friedhof in Ohlsdorf begraben wurde. Der Tochter Irene gelang die Flucht nach Brasilien. Helene Pechner wurde dagegen am 25.10.1941 mit ihrer Tochter Ingeborg nach Lodz deportiert, wo sich die Spuren von Mutter und Tochter verlieren.

Rosendahl, Gertrud Berta geb. Braunschild, * 30.8.1909 in Nieheim, Tochter von Samuel Albert Braunschild und Emilie geb. Löwenstein.
Sie emigrierte ebenso wie ihr Bruder Kurt und später auch ihre Eltern in die Niederlande. Dort heiratete sie einen Mann namens Rosendahl, dem es rechtzeitig gelang, nach England zu fliehen. Bevor er seine Frau nachholen konnte, wurde sie entdeckt und nach ihrer Inhaftierung im niederländischen Durchgangslager Westerbork am 12.1.1944 in das als „Austauschlager“ dienende KZ Bergen-Belsen verbracht. Wenige Tage vor der Übergabe des Lagers an die Engländer wurden Anfang April 1945 drei Züge mit je 2000 bis 2500 Personen auf den Weg nach Theresienstadt geschickt, von denen jedoch nur einer dort ankam. Die beiden anderen Züge wurden am 13.4. bei Farsleben von amerikanischen und am 23.4. bei Tröbitz von sowjetischen Truppen befreit, vermutlich bei Tröbitz auch Gertrud Rosendahl. Nach dem Krieg gelangte sie zu ihrem Mann nach England (Sussex), wo sie 1989 oder später starb, ihr Mann bereits vor ihr.

Rottenstein, Dr. Siegfried Salomon, * 10.12.1881 in Nieheim, Sohn des Eisenwarenhändlers Jakob Julius Rottenstein und der Therese Windmüller.
Er studierte nach dem Abitur unter anderem in München Jura und war nach seiner Promotion in Göttingen (1904) als Rechtsanwalt und Notar in Duisburg ansässig, wo er seine offensichtlich florierende Kanzlei zusammen mit dem aus Höxter stammenden Dr. Max Rosenstern auf der Königstraße 26/28 betrieb. Nach der Pogromnacht 1938 wurde er für drei Wochen im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Mit seiner aus Odessa (Ukraine) gebürtigen Frau Katharina geb. Zunsheim (* 1887) wurde er am 22.4.1942 nach Izbica deportiert, wo das Ehepaar verschollen ist.

Sara Simon (Mitte) und der Sohn Arthur (rechts) vor dem Geschäft in Sondershausen
Sara Simon (Mitte) und der Sohn Arthur (rechts) vor dem Geschäft in Sondershausen

Simon, Sara geb. Kirchheimer, * 25.2.1861 in Nieheim, Tochter von Aron Kirchheimer und Minna geb. Grünewald (1. Frau).
Sie heiratete 1889 den aus Wallhausen stammenden Samuel Simon (1856-1907), wo der älteste Sohn geboren wurden. Nach einer kürzeren Zwischenstation in Nordhausen zogen sie 1903 nach Sondershausen und eröffneten dort ein Kaufhaus für Manufaktur-, Leinen- und Baumwollwaren, Wäsche- und Aussteuerartikel sowie Herren- und Knabenkonfektion, das Sara nach dem Tod ihres Mannes 1907 (Selbstmord) allein weiterführte. 1920 zog sie zu ihrem kriegsversehrten Sohn Max (1890-1931) nach Blankenhain, der dort mit seiner Frau eine Knopf- und Konfektionshandlung betrieb, während die jüngeren Söhne Siegfried (* 1892) und Arthur (* 1901) das elterliche Geschäft in Sondershausen übernahmen und ihre Schwester Margarete (* 1893) ihrem Mann nach Köln folgte. Nach dem Tod Max Simons führte dessen Frau Klara mit der Tochter Herta und der Schwiegermutter Sara Simon das Geschäft noch bis zur Arisierung weiter, bis die drei Frauen Anfang November 1938 nach Erfurt übersiedelten. Klara und Herta wurden im Mai 1942 nach Belzyce deportiert, Sara am 20.9.1942 nach Theresienstadt. Dort starb sie am 16.10.1942. Auch ihre Kinder Margarete und Siegfried wurden mit ihren Familien im Holocaust ermordet, nur der im Dritten Reich in die USA emigrierte Sohn Arthur entging mit seiner Familie der Vernichtung. mehr

Julius Stein
Julius Stein

Stein, Julius, * 14.12.1886 in Nieheim, Sohn von Bernhard Stein und Clara Katz.
Er zog mit den Eltern etwa 1898 nach Stadtoldendorf und war zunächst als Handlungsgehilfe im elterlichen Schuhgeschäft tätig. 1905 war er in Bad Harzburg in der Kaufmannslehre, und absolvierte ab 1907 in Braunschweig seine zweijährige Militärpflicht. Im Ersten Weltkrieg wurde er ausgezeichnet. Nach der Rückkehr heiratete er 1919 seine Frau Cäcilie Löwenstein (* 1890), mit der er die Tochter Hildegard (* 1920) hatte. Nach der Geschäftsaufgabe im Dritten Reich machte er 1937/38 als Reisender Bildvergrößerungen, bis er nach der Pogromnacht für einige Wochen im KZ Buchenwald inhaftiert war. In der Folgezeit musste er an verschiedenen Orten Zwangsarbeit leisten. Zusammen mit seiner Frau wurde er am 25.3.1942 von Stadtoldendorf nach Hannover und dann am 31.3.1942 nach Warschau deportiert, wo beide verschollen sind – ebenso wie die am 15.12.1941 nach Lettland deportierte Tochter Hildegard in Riga. mehr

Karteikarte der Reichsvereinigung der Juden für Ida Steinberg
Karteikarte der Reichsvereinigung der Juden für Ida Steinberg

Steinberg, Ida geb. Kirchheimer, * 4.11.1876 in Nieheim, Tochter von Aron Kirchheimer und Jettchen geb. Bachmann.
Sie heiratete den aus Hohenwepel stammenden Moritz Steinberg (* 1880) und zog mit ihm nach Sondershausen, wo die Kinder Hilde(gard) (* 1905) und Erich (1909-1982) geboren wurden. Die Familie verzog später nach Erfurt, wo Ida angesichts der bevorstehenden Deportation am 5.9.1942 den Freitod wählte. Ihr geschiedener Mann war zu dieser Zeit bereits nach Frankfurt/M verzogen und wurde am 18.8.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er am 26.10.1942 umkam. Die mit Hermann Georg Schacher (* 30.7.1887) verheiratete Tochter Hilde wurde mit ihrem Mann am 2.3.1943 von Erfurt nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nur der 1935 nach Brasilien emigrierte Sohn Erich entging dem Holocaust. Er kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und starb am 27.11.1982 in Frankfurt/M.

Stern, Sophie geb. Eisenstein, * 6.12.1867 in Bergheim, Tochter des Pferdehändlers Levi Eisenstein und der Johanna Emmerich.
Sie heiratete den in Etteln geborenen Josef Stern (* 1867) und zog 1896 mit ihm nach Paderborn, wo ihr Mann sich in der Borchener Straße 13 als Viehhändler und Handelsmann niederließ. Nach dem Sohn Leo (1896-1925), der jung als Tierarzt starb, wurde 1898 die Tochter Paula geboren, die später mit ihrem Mann Hugo Cohen und zwei Töchtern in Hamburg lebte. Nach dem Tod ihres Mannes wohnte Sophie Stern anscheinend für eine Zeit in Nieheim und ging dann nach Mattierzoll, um ihre mit Dietrich Löwendorf verheiratete kranke Zwillingsschwester Bertha (1867-1938) zu pflegen. Nach deren Tod emigrierte sie im August 1939 in die Niederlande und wohnte dort in der Scheldestraat 187 III in Amsterdam, wo bereits die Familie ihrer Tochter Paula Unterschlupf gefunden hatte. Am 25.5.1943 wurde sie über das Durchgangslager Westerbork nach Sobibor deportiert und ermordet, die Tochter Paula mit ihrer Mann zwei Monate später und schließlich auch die beiden Enkelinnen, die 1944 in Auschwitz ermordet wurden.

Windesheim, Adele, * 19.11.1886 in Nieheim, Tochter von Abraham Windesheim und Jettchen geb. Cohn.
Über sie ist nur bekannt, dass sie im Juni 1939 in die Niederlande emigrierte und dort 1941 in der Meerhuizenstraat 24 I in Amsterdam wohnte. Sie wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und dort zum 26.1.1943 für tot erklärt.

Fritz Ostkämper, Stand: 16.11.2018
e-mail: ostkaemper@jacob-pins.de