Forum Jacob Pins

Sonntag, 11.10.2020 – 17.00 Uhr

Grieg Quartett Leipzig: „Mit Beethoven auf Reisen“ – Konzert zum 250. Geburtstag Beethovens

Beethoven

Das diesjährige Beethovenjahr hat trotz aller Corona-Komplikationen die Idee zu einer ungewöhnlichen kleinen Konzertreihe in unserer Region entstehen lassen. Das Grieg Quartett Leipzig wird Beethovens Musik gleich mehrfach in unsere Nachbarschaft bringen: In drei Konzerten in Bevern, Höxter und Marienmünster stellen die Mitglieder des Gewandhausorchesters Leipzig den Streichquartett-Kosmos des Bonner Meisters in den Fokus. Das Grieg Quartett Leipzig, 2016 von vier Musikern des Gewandhausorchesters gegründet, ist mittlerweile zu einer festen Größe im Leipziger Musikleben geworden. Bei Auftritten im Gewandhaus, in der Grieg-Begegnungsstätte, dem Mendelssohn- und dem Schumannhaus, dem Bundesverwaltungsgericht, dem Alten Rathaus und dem Museum der bildenden Künste und Open-Air war es mit vielfältigem Repertoire zu erleben.
Beethoven hat die Gattung Streichquartett, die von Haydn, Boccherini und Mozart entwickelt worden war, auf eine völlig neue Ebene gehoben: Sein gewaltiges Quartettschaffen von 16 großartigen Werken ist Bekenntnis, Grenzerfahrung, Existentialismus, Wagnis, Vollendung… Für alle Quartettmusiker sind sie das größte Geschenk, Motivation, der Mount Everest – in mancher Hinsicht die „Quartett-Bibel“. Für Beethovens Zeitgenossen waren seine Quartette spätestens ab den sogenannten „mittleren“ Quartetten extrem modern, selbst große Künstler wie zum Beispiel Louis Spohr bekannten, dass sie von Beethovens Quartetten nur die frühen Werke op. 18 verstünden. Die Quartette op. 59 sind dem Fürsten Rasumowsky gewidmet, der einer der größten Förderer Beethovens war – und der diese Werke, die bis dahin unerhörte Schwierigkeiten für alle Spieler boten, sicher nicht selber hat spielen können. Sie enthalten einen der schönsten langsamen Sätze Beethovens überhaupt – an den Rand einer Skizze schrieb Beethoven: „Eine Trauerweide auf dem Grab meines Bruders“ –, der dann in ein Finale mit „russischem Thema“ übergeht – eine Reverenz an den Widmungsträger.
In der ersten Konzerthälfte erklingt das Streichquartett op. 12 von Mendelssohn-Bartholdy, dessen frühe Quartette unter dem Einfluss der gerade veröffentlichten späten Quartette Beethovens entstanden, aber gleichzeitig von jugendlicher Frische, romantischer Leidenschaft und Originalität sprühen. Die Canzonetta aus dem Quartett op. 12 war dann auch der erste „Superhit“ Mendelssohns, der in verschiedensten Bearbeitungen Verbreitung fand.

Das Programm:
Felix Mendelssohn Bartholdy – Streichquartett Es-Dur op. 12
Adagio non troppo / Allegro non tardante – Canzonetta. Allegretto / Più mosso
Andante espressivo – Molto allegro e vivace

Ludwig van Beethoven – Streichquartett Nr. 7 op. 59
Allegro (F-Dur) – Allegretto vivace e sempre scherzando (B-Dur) –
Adagio molto e mesto (f-Moll) – Allegro. Thème Russe (F-Dur)

Eintrittskarten (18 € / 15 €) müssen, bedingt durch die Corona-Schutzverordnung, im Forum Jacob Pins reserviert werden: Tel. 05271-6947441, E-Mail: forum@jacob-pins.de