Jacob Pins. Ein Appell an die Geschichte, Kunst und Architektur

LWL und Forum Jacob Pins geben DVD über den Maler und Grafiker Pins heraus

Höxter (lwl). Über viele Jahrhunderte haben in Westfalen Menschen christlichen und jüdischen Glaubens in den Städten und auf dem Land miteinander oder zumindest nebeneinander gelebt, bis die NS-Diktatur den kulturellen Reichtum jüdischen Lebens brutal zerschlagen hat. Mit einer neuen DVD erinnert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) an den aus Höxter stammenden Maler und Grafiker Jacob Pins, auf dessen Initiative ein kleiner Teil dieses kulturellen Erbes wieder in die Region zurück gelangen konnte. Am Dienstag, 6. Juli, wurde die DVD „Jacob Pins. Ein Appell an die Geschichte, Kunst und Architektur“, die das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Forum Jacob Pins herausgebracht hat, in Höxter erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Jaco Pins in seinem Atelier

„In ihrem 30-minütigen Film schildert die Filmemacherin Angelika Mühler mit viel Einfühlungsvermögen und sehr lebendig die wechselvolle und bewegende Lebensgeschichte des 1917 in Höxter geborenen Jacob Pins“, sagte Guido Kohlenbach, Referatsleiter in der LWL-Kulturabteilung bei der Präsentation der DVD. Durch Erzählungen von Weggefährten lässt die DVD Pins Leben und sein künstlerisches Schaffen Revue passieren. Verwandte und Freunde – seine Frau Elsa ebenso wie Ralph Giordano – erzählen von dem Grafiker und Maler, dem Lehrer und dem ambitionierten Sammler ostasiatischer Kunst.

Einen besonderen Part widmet die Regisseurin der Aussöhnung von Jacob Pins mit seiner Geburtsstadt Höxter. Nach langen Jahren der vorsichtigen Annäherung stiftete er der Stadt im Jahr 2003 den Großteil seiner Werke. In nur wenigen Jahren und mit viel Engagement der Höxteraner Bürger und der 2003 gegründeten Jacob Pins Gesellschaft entstand aus einem fast verfallenen Gebäude ein Ort der Begegnung und der Aussöhnung. Im April 2008 eröffnete die Gesellschaft das Forum Jacob Pins – ein Ort, an dem nicht nur die Werke des Malers und Grafikers jetzt ein beeindrucken des Zuhause gefunden haben, sondern auch die meist leidvolle Geschichte der jüdischen Bürger Höxters im Mittelpunkt steht.

Mühlers Film richtet sich an alle, die sich für die Kunst des 20. Jahrhunderts und für eine außergewöhnliche westfälische Biografie interessieren. Er eignet sich nicht nur für die Kunstvermittlung, sondern auch für die historische Bildungsarbeit. „Dies gilt umso mehr, als der Film sich der Geschichte des Judentums und der Judenverfolgung in Westfalen über einen konkreten Zeitzeugen nähert. Es ist speziell für Jugendliche ein gewichtiger Unterschied, ob sie in einem Schulbuch lesen, dass in den Vernichtungslagern die monströse Zahl von fünf Millionen Menschen ermordet wurde, oder ob sie die 1933 begonnene Ausgrenzung und deren katastrophale Folgen am Beispiel einer Person ganz konkret erfahren und nachvollziehen können“, erklärt Kohlenbach.

Jacob Pins. Ein Appell an die Geschichte, Kunst und Architektur
DVD mit Begleitheft
Spielzeit ca. 30 Minuten,
deutsch und englisch,
Preis 14,90 Euro.
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster,
E-Mail: medienzentrum@lwl.org , Fax: 0251/ 591-3982
www.westfalen-medien.lwl.org

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Der Maler und Grafiker Jacob Pins wurde am 17. Jan. 1917 in Höxter geboren. Er floh vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach Palästina ...
Adresse: Höxter, Westerbachstr. 35-37;
Öffnungszeiten, Führungen, Preise, Anreise ...
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