Mitgliederversammlung 22. März 2013 – Rechenschaftsbericht

Zunächst die guten Nachrichten: Die Besucherzahlen haben im vergangenen Jahr zugenommen, der Mitgliederstand hat sich gehalten bzw. trotz einiger Abgänge leicht gesteigert auf 310. Es gelingt uns immer mehr, auch überregional wahrgenommen zu werden. Der lokale Bezug wird dabei nicht vernachlässigt, dies gilt besonders für den Bereich der jüdischen Geschichte. Unser Dank gilt in diesem Zusammenhang der guten Berichterstattung durch die Presse und Herrn Dörfel für die Veröffentlichungen im HVV-Heft.

Unser Leuchtturm bleibt die Darstellung des künstlerischen Werkes von Jacob Pins. Pins hat wenig über seine Bilder ausgesagt, aber er hat etwas mit seinen Bildern gesagt. Es gilt daher, die Sprache zu übersetzen. Dazu dienen unsere Ausstellungen und die Gespräche über seine Kunst. Gerade die Präsentation der Landschaftsbilder war wieder eine Entdeckungsreise. Unsere Kunstgespräche sind – auch wenn sie nur im kleinen Kreis stattfinden – etwas Besonderes in der Region. Sie gewähren eine intensive Beschäftigung mit den Bildern.

Die zwei Gastausstellungen des vergangenen Jahres – „Tisa von der Schulenburg“ und „Max Stern“ – zogen viele Besucher auch aus dem überregionalen Raum an. Gastausstellungen bedeuten eine Bereicherung unseres Programms und machen das Forum als Kunstort interessant.

Sie werden bemerkt haben, dass wir mit den Museen „Im Stern“, mit Dringenberg und mit dem Korbmacher-Museum in Dalhausen gemeinsam einen Flyer herausgegeben haben. Die Darstellung gemeinsam mit anderen kulturellen Einrichtungen ist uns sehr wichtig. Bei gemeinsamen Treffen findet ein fruchtbarer Informations- und Ideenaustausch statt. Unsere Präsenz ist auch für unseren Bekanntheitsgrad wichtig. So waren wir z.B. regelmäßig bei den Tagungen der Museumsvereinigung von Westfalen, der Museumsinitiative Ostwestfalen-Lippe und Treffen der Museumsleiter des Kreises Höxter vertreten. Wir haben an regionalen und überregionalen Kulturkonferenzen mit verschiedener – aber relevanter – Thematik der Kulturpolitik teilgenommen. Wir beteiligten uns an der Ausstellungsreihe „Astrein“ in OWL, waren auf der Tagung „Antisemitismus“ auf der Wewelsburg und bei der Tagung „Jüdische Vielfalt im östlichen Westfalen“ in Bielefeld vertreten. Aus dieser letztgenannten Veranstaltung hat sich die Tagung „Jüdische Kultur in Westfalen“ am 26. und 27. Mai in Höxter entwickelt.

Eine nach meiner Überzeugung nach wichtige Veranstaltung ist die jährliche Tagung der „Arbeitsgemeinschaft jüdische Sammlungen“, die über mehrere Tage geht und an wechselnden Orten in Deutschland stattfindet. Aus diesem Informationsaustausch ergaben sich auch unsere Erkenntnisse zu unserem Genisafund. Frau Singer von der Universität Mainz, eine der kompetentesten Wissenschaftlerinnen auf diesem Gebiet, bestätigte bei einem kürzlichen Besuch unseren Bestand als den umfangreichsten in Norddeutschland.

Erwähnen möchte ich auch die Wanderausstellung des Westfälischen Museumsamtes „Verwischte Spuren: Erinnerung und Gedenken an nationalsozialistisches Unrecht in Westfalen“, in der auch das Schicksal von Jacob Pins gezeigt wurde. Ein Ausstellungsort war das Museum Schloss Corvey.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat sich weiter entwickelt. Sie stellt uns mittlerweile eine größere, klimatisierte Fläche zur Aufbewahrung unserer Bilder im Archiv zur Verfügung. Allerdings ist auch diese Fläche nicht ausreichend. Die Auschwitz-Gedenktage am 27. Januar werden seit diesem Jahr gemeinsam von der Stadt und der Jacob Pins Gesellschaft veranstaltet. Damit erreichen wir mehr Aufmerksamkeit, was sich bereits in diesem Jahr zeigte. Seit Beginn dieses Jahres haben Schulklassen der städtischen Schulen freien Eintritt, die Kosten übernimmt die Stadt.

Die gemeinsamen Veranstaltungsreihen mit der Volkshochschule, dem katholischen Bildungswerk, dem ev. Forum, Corvey und dem Forum Jacob Pins haben sich bewährt. Unter dem Thema „Höxter und Corvey – eine spannende Beziehung“ hielten Herr Koch und Herr König einen Vortrag zu den Adelshöfen in Höxter. Am 15. April wird unter dem diesjährigen Thema „Heilige Schriften“ Rabbinerin Irit Shillor aus London einen Vortrag über die „Torah“ halten.

Die 2. Studienfahrt „Auf jüdischen Spuren“ ging im vergangenen Jahr nach Erfurt. In diesem Jahr ist Berlin das Ziel. Die Fahrten waren ausgebucht – positiver Nebeneffekt: Es wurden mehrere neue Mitglieder gewonnen.

Unsere Veranstaltungen mit Lesungen, Konzerten und Literaturgesprächen setzen einen besonderen Akzent in unsere Kulturlandschaft. Die Bedeutung der Kultur für das Image einer Stadt und Region wird inzwischen allgemein anerkannt. Wir erleben das z. Zt. konkret bei den Planungskonferenzen, die der Kreis Höxter durchführt.

Erfreulicherweise gab es auch im vergangenen Jahr Schenkungen für die Bildersammlung und die jüdische Sammlung. Darunter waren gerahmte Holzschnitte wie die „Kreuzzugsritter“ und von einer Spenderin aus Berlin, „Weiblicher Akt“, vom Bügelbrett-Druckstock. Frau Lebenstein aus Israel ließ uns einige Studien und Zeichnungen zukommen. Herausragend war die Anschaffung des Ölbildes „Isabella I“, das mit Hilfe einer zweckgebundenen Spende erworben werden konnte. Das Bild wird sicher bei der Ausstellung „Schöne Bilder“ im nächsten Jahr zu sehen sein.

Zum Abschluss meines Berichtes bedanke ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dem Vorstand, Beirat und unserer Geschäftsführerin. Ohne dieses Team könnten wir nicht bestehen. Sie sind unser größtes Kapital.

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