Jüdische Bürger in Höxter

Harry Löwenstein am 27.10.2013 bei seinem Bericht im Holocaust Center in Maitland mit zwei weiteren Überlebenden
Harry Löwenstein am 27.10.2013 bei seinem Bericht im Holocaust Center in Maitland mit zwei weiteren Überlebenden

Helmut Löwenstein aus Fürstenau – Erinnerungen eines Überlebenden

Anlässlich des 75. Jahrestags der Pogromnacht gab der in Fürstenau geborene Helmut Löwenstein (heute Harry Lowenstein) am 27.10.2013 im Holocaust Center in Maitland, Florida, einen Bericht über die Pogromnacht, die Deportation seiner Familie und sein Überleben. (Übersetzung des frei gehaltenen Berichts)

Kläre und Helmut Löwenstein mit ihrer Spielgefährtin Inge Bachmann um 1935
Kläre und Helmut Löwenstein mit ihrer Spielgefährtin Inge Bachmann um 1935

Mein Name ist Harry Löwenstein. Ich wurde in dem kleinen Bauerndorf Fürstenau in Westfalen geboren. Mein Vater war Viehhändler. Er hatte eine Viehzucht und Pferde. Schon in 1935 machte man ihm Probleme, wenn er Tiere zum Markt transportierte.*1 Er hat jedoch durchgehalten, und alles ging gut bis zur Kristallnacht am 9./10. November 1938. Da kamen welche in das kleine Dorf, jedoch muss ich betonen, dass das Dorf selbst in Ordnung war, die Leute waren großartig.*2

Da kamen jedoch Scharfmacher von außerhalb, um Unruhe zu stiften. Jede Nacht zerschlugen sie die Scheiben an den Häusern, alle Fenster wurden zerbrochen. Und schließlich wurden die Fenster mit Sperrholz zugedeckt.*3 Jede Nacht gab es Unruhen. Während der Kristallnacht kamen sie in das Haus, beschlagnahmten viele Dinge, Gold, Silber, Bronze, Wertgegenstände. Unser Vater wurde in das KZ nach Buchenwald verschleppt. Buchenwald war ein Konzentrationslager, ungefähr 200 Kilometer entfernt. Er blieb dort für 6 Wochen und kam dann zurück.*4

Doch während der Kristallnacht zerstörten sie die Synagoge. Sie war klein. Es gab 7 Familien in dem Dorf, und wir waren ungefähr 25-30 Menschen, die am Gottesdienst teilnahmen, wenn alle hingingen. Am Morgen ging ich an der Synagoge entlang, sie war abgebrannt. Die Thorarollen lagen draußen, verbrannt und im ganzen Dorf verstreut, und im Laufe des Tages wurden sie abgeholt und begraben.*5

Wie ich schon sagte, hatten wir Vieh in der Scheune und Pferde, die gefüttert werden mussten. Und obwohl ich erst sieben war, war ich derjenige, der sich um sie kümmerte, sie fütterte und sie putzte. Es war ein gesunder Job, ich lernte schnell und effizient zu arbeiten.

Wir jüdischen Kinder durften nicht mehr zur Schule gehen. Die nächste Schule, die wir besuchen konnten, war circa 50 Kilometer entfernt. Es war ein Waisenhaus.*6 Doch als wir uns anmeldeten, war es zu spät, sie war schon voll. Der nächste Möglichkeit war bei Hannover.*7 Dort war eine große Schule, und wir gingen den größten Teils des Jahres 1939, 1940 und bis Anfang 1941 dorthin. Unsere Eltern kamen uns jeden einzeln besuchen. Kann sich jemand denken, warum? So besuchten sie uns zweimal, nicht nur einmal, und wir konnten Zeit mit ihnen verbringen! Die Schule lief gut, jedoch war es sehr, sehr bedrückend, unsere Eltern nicht bei uns zu haben. Mitte 1941 wurde uns mitgeteilt, dass die Schule geschlossen werden sollte und wir nach Hause zurück müssten.

Blick in den überfüllten Saal der Gaststätte <i>Kyffhäuser</i> in Bielefeld
Blick in den überfüllten Saal der Gaststätte Kyffhäuser in Bielefeld

Als wir zuhause ankamen, hatten wir eine Ankündigung, dass wir im Dezember nach Riga (Lettland) umgesiedelt würden. Weiß jeder, wo das ist? Uns wurde gestattet, nur eine bestimmte Menge Gepäck mitzunehmen, und wir mussten in der Lage sein, es zu tragen. Mitte Dezember bekamen wir Befehl, uns in der nächsten Stadt [in Höxter] einzufinden. Wir wurden in einen Zug nach Bielefeld gesetzt.*8 Hat irgendjemand schon einmal davon gehört? Nein? Okay. Es liegt jedenfalls in Westfalen. Ungefähr 1000 Menschen aus der ganzen Gegend wurden in den Zug gesetzt und nach Riga, Lettland, gebracht. Sie haben uns auch gesagt, genug Essen für drei Tage mitzunehmen, Ich denke, das ist etwa die Zeit, die man bis Riga braucht.*9 Wir kamen in Riga an und marschierten 4 bis 5 Kilometer, bis wir im Ghetto in Riga ankamen. In dem Ghetto erfuhren wir, dass wir in einem bestimmten Bereich wohnten.

Unsere Familie, das waren wir mein Vater, sein Bruder mit seiner vierköpfigen Familie, eine Tante und ein Onkel, die zu zweit waren und eine andere Tante und ein Onkel.*10 Wir mussten alle in eine Wohnung ziehen, das die meisten von uns als „klein für zwei“ bezeichnen würden. Die Einrichtung war minimal, kein fließend Wasser, Toiletten befanden sich den Gang hinunter und auch nicht solche, die man hier hat, es gab dort kein fließend Wasser. Es war ein altes Haus. Es gab Läuse, Flöhe und Insekten. Das Essen war minimal.

Man zwang uns zu arbeiten, und da ich noch zu jung zum Arbeiten war, ging ich zur Schule. Und was macht ein Jugendlicher? Er oder sie geht zur Schule und lernt. Das erste Fach, das sie strichen, war Religion, und nach und nach strichen sie all die verschiedenen Fächer. Nach einiger Zeit wurde die Schule geschlossen, da es nichts mehr zu unterrichten gab. Nun, was macht ein Jugendlicher, der nicht arbeitet? Er muss etwas tun. Er spielt Fußball. Tatsächlich wurde ich recht gut darin. Und ich habe noch heute Spaß daran.

Teilansicht des KZs Kaiserwald
Teilansicht des KZs Kaiserwald

Etwa Mitte 1943, ich würde sagen im August, bekamen mein Vater und ich Bescheid, dass wir ins KZ Kaiserwald gebracht würden, einige, vielleicht 10 Meilen entfernt vom Ghetto. Sie transportierten uns mit dem Lastwagen. Leider wurde mein Vater nach sechs bis acht Wochen krank, und er wurde in das Ghetto zurückgebracht.*11

Ich blieb im Lager und fing an im Recyclinghof der deutschen Armee zu arbeiten. Wir schnitten Batterien auf und nahmen sie auseinander. Jeder weiß, wie diese aussehen. Macht eine auf, und ihr seht wie chaotisch es ist. Mit der Säure der Batterien muss man sehr vorsichtig sein an seinen Händen. Ich machte das eine Weile, und dann hörte ich von einem Job in der Autowerkstatt: polieren, reinigen usw. Ich dachte, dieser Job gefällt mir bestimmt besser, und ich bekam den Job. Ich reinigte die Teile, ich machte sie sauber, ich schrubbte den Boden, ich pumpte Reifen von Hand auf. Das war sehr anstrengend.

Eines Tages gab es eine Selektion. Bei der Selektion waren wir ungefähr 80 Jungs meines Alters. Die Werkstattleute wurden aufgerufen, weil sie die Selektion nicht mitzumachen brauchten. Alle Männer, die in der Werkstatt arbeiteten, umringten mich, und man ließ uns aus dem Lager marschieren, Richtung Werkstatt, und wir fingen an zu arbeiten.

Am Abend dieses Tages hatten sie alle Schwachen, alle Behinderten und viele andere aussortiert und grob die Hälfte des Lagers ausgeleert, und sie verschickten sie mit den Menschen aus dem Ghetto, das sie geschlossen hatten. Das war am 13. November, meiner Erinnerung nach. Und sie verfrachteten sie nach Treblinka, und als sie nach Treblinka kamen – ich glaube, ich muss nicht erklären, was da mit ihnen geschah.

Als wir in dem Konzentrationslager lebten, war unsere Essensration ein Stück Brot, ungefähr so viel am Tag [er macht eine entsprechende Geste]; nichts dazu, Kaffee am Morgen und vielleicht etwas Suppe zu Mittag, das war’s. Wie ich überlebte, ist schwer zu sagen. Alles was ich sagen kann ist: Eines Tages kam ich bei einem Kerl vorbei, der da schlief, und ich sah ein Stück Brot, das da lag, und mein Vater und ich hatten schon unser Brot gehabt, und ich brachte das Brot meinem Vater: „Hier ist etwas Brot“, und er fragte: „Wo hast du das her?“ – „Ich hab’s von dem Kerl genommen.“ Er sagte: „Bring es zurück.“ Ich entschuldigte mich bei dem Mann. Als ich zurückkam, wisst ihr was? Es hat mich zu einem sehr ehrlichen Menschen gemacht, ich erinnere mich noch heute daran.

Einmal habe ich aber einen Laib Brot von einem LKW geklaut, und sie haben mich erwischt. Es war fast 30 Grad unter Null. Ich kam in ein Haus direkt auf unser Grundstück. Sie übergossen mich mit Wasser, und ich war wie ein Eiszapfen und überlebte nur knapp.

Das ging so weiter in Kaiserwald bis ungefähr September 1944. In dieser Zeit kam die Rote Armee heran. Da verfrachteten sie uns per Schiff nach Stutthof, Deutschland, heute Polen. Das war auch ein Konzentrationslager, dreimal so groß, Meine Mutter und Schwester waren damals auch mit auf dem Schiff. Wir wurden aber getrennt, so kann ich nicht sagen, was später mit ihnen geschah.*12

In Stutthof arbeiteten wir nicht, wir sammelten was wir konnten und versuchten zu überleben. Es war eigentlich ein besserer Ort, weil sie uns Pferdefleisch servierten. Irgendein Fleisch ist besser als keins.*13 Und das Einzige, was eigentlich reichlich zu Verfügung stand, waren Rüben: Rüben zum Frühstück, Rüben zu Mittag und Rüben zum Abendessen, nicht so lecker. Heute rühre ich das nicht an.

Jedenfalls, Anfang Februar 1945 mussten wir aus Stutthof weg und Richtung Deutschland marschieren wie alle anderen. Nachts brachten sie uns in große Scheunen. Es war das erste Mal, dass wir auf Stroh schliefen, es fühlte sich an wie Baumwolle, weil wir ja sonst immer auf Holz oder Beton geschlafen hatten. Abends holten wir aus den Erdmieten der Bauern Möhren, Rüben und alle möglichen rohen Feldfrüchte, von denen wir die Erde abkratzten. Wir hatten keine Messer, keine Gabeln, wir hatten nichts. Wir nahmen das rohe Gemüse, schälten es außen mit den Zähnen und aßen es roh. Ratet mal, was wir als Wasser hatten! Es war Winter, wir kratzen Eis zusammen und nahmen eine Handvoll, es war kein Eis-Creme, aber es war Wasser.

Am nächsten Morgen mussten wir wieder marschieren, und am 9./10. März hörten wir des Morgens draußen lauten Lärm, ich hatte noch nie zuvor dieses Geräusch gehört. Und gegen neun Uhr wurde unsere Bewachung überrannt, und die Rote Armee nahm uns gefangen.*14

Da ich aus einem ländlichen Gemeinde kam, wusste ich, dass es auf dem Dachspeicher von jedem Bauernhaus Gutes gab: Schinken, Salami, alle Arten von getrocknetem Fleisch. Aber wisst ihr was? Das war das Falsche zu essen. Unser Körper war nicht daran gewöhnt. Und so nahm die Rote Armee uns, brachte uns in einem Schulhaus unter mit zwei Decken, fütterte uns dreimal täglich Haferflocken. Ob ihr’s glaubt oder nicht, ich mag das heute noch gern.

Harry Lowensteins Judenstern
Harry Lowensteins Judenstern

Nach ungefähr sechs Wochen ließen sie uns frei. Meine Mutter hatte immer gesagt, wenn wir das überleben, gehen wir dahin zurück, wo wir hergekommen sind. Ungefähr sechs von uns taten sich zusammen, wir kannten uns schon von den Lagern davor, und wir kehrten in die Gegend zurück, jeder zu seinem Zuhause.

Und als ich nach Hause zurückkam, fand ich noch einen von denen hier [er zeigt einen aufgenähten Judenstern]. Wie ich weiß, dass er aus unserem Haus ist? Meine Mutter hat Stoff etwas dahinter genäht, weil sie ziemlich lappig waren.

Helmut Löwenstein (vorn rechts) im Kinderheim in Blankenese
Helmut Löwenstein (vorn rechts) im Kinderheim in Blankenese

Ich verbrachte also etwas Zeit im Dorf*15, aber ich war zu alt, um dort zur Schule zu gehen. Und ich hatte keine Schulbildung. Bildung, Bildung, Bildung, daran glaube ich fest. Ich ging also in ein Kinderheim in Hamburg-Blankenese. Es war von hohen Deutschen besetzt gewesen, Generälen und so. Wir lernten meist in Hebräisch in allen möglichen Fächern, was sehr interessant war, und ich wurde ziemlich flüssig darin.

Ich hatte Verwandte in den Vereinigten Staaten, und sie redeten mir zu, in die USA zu kommen. Der nächste Schritt war, ein Einreisevisum für Frankreich zu bekommen, denn da ichzu der Zeit in der englischen Zone war, konnte ich nicht in die Vereinigten Staaten auswandern. Man konnte aus der Amerikanischen Zone auswandern, aber wenn man nicht legal dahin kommen konnte, ging das nicht.

Also ging ich nach Paris in Frankreich, ungefähr 18 Monate lang, und am 29. März 1949 kam ich in den Staaten an. Zu dieser Zeit nahm ein Onkel von mir mich auf, und ich lebte viele Jahre mit ihm. 1952 kam ich nach Florida, wo ich einein anderen Onkel besuchte, der mich dazu überredete, ihm in seinem Geschäft zu helfen. Es war ein Bekleidungsgeschäft. Und ihr könnt euch vorstellen, was ich die meiste Zeit meines Lebens gemacht habe.

Zur Familie siehe: Die Viehhändlerfamilie Löwenstein in Fürstenau; dort auch Informationen über das weitere Leben von Harry Lowenstein.

  • 1 Im November 1935 wurde David Löwenstein verboten, sein Vieh vom Bahnhof in Fürstenberg zu transportieren.
  • 2 So beklagte auch der zuständige Gendarmeriewachtmeister im August 1938, dass die „weit größere Gruppe“ der Einwohner des Dorfs aus „judenfreundlichen Elementen” bestehe.
  • 3 Mehrfach wurden im Herbst 1938 an den jüdischen Häusern die Scheiben zerschlagen.
  • 4 Der Vater David Löwenstein war bis zum 12.12.1941 in Buchenwald inhaftiert.
  • 5 Die Synagoge in Fürstenau wurde In der Nacht vom 22. auf den 23. August 1938 geschändet, die zu religiösen Handlungen bestimmten Gegenstände wie Gesetzesrollen, Gebetsmäntel, Thorabänder usw. wurden beschädigt und im Dorfes verstreut. In der Pogromnacht wurde das Inventar zerstört und verbrannt. Die Synagoge brannte zum Teil aus.
  • 6 Wahrscheinlich das jüdische Waisenhaus in Paderborn, evtl. auch die jüdische Schule in Paderborn.
  • 7 Die israelitische Gartenbauschule in Hannover-Ahlem.
  • 8 Die 41 Juden aus Höxter und den heute eingemeindeten Dörfern wurden am 9.12.1941 mit dem Zug nach Bielefeld gebracht, wo sie folgenden Tage mit über 400 Juden aus Ostwestfalen im Saal der Gaststätte Kyffhäuser zubringen mussten.
  • 9 Der Zug fuhr am Nachmittag des 13.12.1941 aus Bielefeld ab und kam am 15.12.1941 auf dem Rigaer Bahnhof Skirotava an, wo die Deportierten die Nacht verbrachten, bevor sie am folgenden Morgen den Marsch in das 5 km entfernte Ghetto in Riga antreten mussten.
  • 10 Die 12 Angehörigen der Familie: David Löwenstein mit seiner Frau Berhardine, geb. Weitzenkorn, und den Kindern Kläre und Helmut; Davids aus Schüttorf deportierter Bruder Josef Löwenstein mit seiner Frau Luise, geb. Wertheim, und den Kindern Herta und Günther; aus Fürstenau weiterhin Davids Schwester Rosa mit ihrem Mann Hermann Dillenberg und die Schwester Berta mit ihrem Mann Emanuel Jacobi.
  • 11 Es ist unbekannt, ob er im Ghetto Riga ermordet wurde oder bei einer Selektion zur Ermordung nach Treblinka(?) verschleppt wurde.
  • 12 Letztes Lebenszeichen ist bei beiden die Ankunft in Stutthof am 1.12.1944. Ob sie dort oder auf einem der Todesmärsche umkamen, ist unbekannt.
  • 13 Während der zeitweisen Inhaftierung Rieben, einem Nebenlager von Stutthof.
  • 14 Die Befreiung der Häftlinge fand in dem Dorf Lanz, Kreis Lauenburg (heute Polen), statt. Christel Wit, eine ehemalige Einwohnerin von Lanz, erinnert sich: „Zogen da doch lange Reihen Menschen in gestreiften Anzügen entlang, von der SS bewacht. […] Die Menschen sahen erbarmungswürdig aus, und irgendjemand erzählte uns, es seien K. Z.-Häftlinge. Ich erinnere mich, als wenn es heute wäre: der Schnee taute, und an der Straßenseite hatte sich ein Rinnsal gebildet, das schmutzig war von Sand und Pferdeäpfeln. Die Menschen bückten sich, schöpften mit der Hand das kalte Wasser und tranken es. Mutter und andere Frauen warfen Brotstücke in die Reihen. Aber als es ein SS-Soldat sah, kam er zurück und drohte: wenn ihr das noch einmal tut, kommt ihr mit in die Reihe. Da hatten sie Angst. Häftlinge, die krank waren und nicht so schnell mitkamen und zurückblieben, wurden mit dicken Knüppeln geschlagen. Die Leute taten uns so leid. Hinterher fuhr ein Leiterwagen, der die Toten aufsammeln musste. Unsere Molkerei wollte freiwillig Milch spenden für die Häftlinge, aber es wurde verboten. Zur Nacht wurden sie in die Scheunen der Bauern gesperrt, hatten kaum Platz zum Liegen. Zur Notdurft wurde keiner raus gelassen. Alles wurde scharf bewacht. In der Nacht zum 10. März […] war alles totenstill. Gegen Morgen hörten wir in der Ferne Schüsse oder so etwas wie eine Explosion.“ Bald danach wurden die Häftlinge durch Soldaten der Roten Armee befreit.
  • 15 Helmut Löwenstein fand zunächst für einige Wochen Unterkunft bei der Familie Kleinstraß in Bredenborn und lebte dann ab Juli 1945 für ein Jahr bei der Familie, die das Haus seiner Familie in Fürstenau erworben hatte.